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Dienstag, 24. März 2015
Chinesische Mauer 2015
silke3110, 09:39h
Wir haben im Januar endlich mal die chinesische Mauer gesehen. Wir waren dabei im Abschnitt Tianjin Huangyaguan. Dabei ist das auch sehr verwirrend, da der Abschnitt eigentlich nördlich bei Beijing liegt. Ein sehr schöner Tag im Januar, kein Smog in der Umgebung und keine Leute. So konnten wir in Ruhe 2 Stunden auf der Mauer wandern, was nicht zu unterschätzen ist. Es geht steil bergauf und die Stufen sind alle unterschiedlich hoch. Respekt an die Erbauer.... Tatsächlich findet hier einmal im Jahr ein Marathon statt. Kann man kaum glauben, daß man sich das freiwillig antut....














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Alte Oper Tianjin
silke3110, 09:33h
Wir haben uns mal wieder im November eine typische Oper angesehen, war sehr lustig. Die Hälfte kam erst, als das Stück schon fast zu Ende war, dann wurde wild telefoniert und gegessen. Videomitschnitt war verboten, aber war auch egal. Wie immer also. :-)












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Halloween 2014
silke3110, 09:33h
Das muß man Ihnen ja lassen, alles wunderbar geschmückt, aber interessieren tut es keinen leider....




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Bilder zum Weihnachtsmarkt Beijing
silke3110, 09:32h


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Montag, 23. März 2015
Ein turbulentes Jahr geht zu Ende
silke3110, 05:57h
Wir sind zwar mittlerweile im März angekommen, dennoch möchte ich zumindest noch ein wenig über das letzte Jahr sagen…. Das letzte Jahr war sehr erkenntnisreich, es hat uns vieles mehr zu schätzen gelehrt, in vielen Sachen die Augen geöffnet. Für uns ging das Jahr leider mit einem Schrecken zu Ende. Nach dem Weihnachtsmarkt bekam ich einen Anruf, der mich veranlasst hat, alles stehen und liegen zu lassen und sofort nach Hause zu fliegen. Leider wird man auch in einer solchen Notsituation von den Chinesen auch noch abgezockt, wenn man dringend einen Flug braucht. Das Geld war in der Situation wirklich totale Nebensache, trotzdem zeigt es, daß hier wirklich oft nur die Kohle zählt.
Bedanken möchte ich mich bei meinen Kollegen, die mir im Dezember ganz viel abgenommen haben, als unsere nächste Software-Einführung anstand und ich nicht verfügbar war. Das war Gold wert und so konnte ich mich ausschließlich um meine Familie kümmern.
Auch meine Familie und Freunde waren toll und haben uns unterstützt, wo es nur ging! Danke!!
Rausgerissen aus China von einer Minute auf die nächste, hatte ich keine Zeit für Jetlag und Nachdenken. Erst als ich nach Weihnachten langsam zur Ruhe kam, hab ich mir immer wieder die Frage gestellt, wie es nun weitergehen soll. Auf einmal war China zur absoluten Nebensache geworden, ich hatte eher ein schreckliches Gefühl, zurückkehren zu müssen. Das letzte Jahr hat soviele unerwartete Reaktionen und Emotionen hervorgerufen, die man in einem normalen Alltag einfach nicht in dem Maße und in der Zeit erlebt. Von Wut über manche Erlebnisse, über Gelassenheit, weil man eh nichts ändern kann bis hin zu totaler Traurigkeit, weil man sich von Gott und der Welt verlassen fühlt.
Oder auch Freude, weil man mal was ganz anderes sieht und hört, weil man sich besinnt, welche Chance man eigentlich bekommen hat, weil man merkt, wie gut es einem in Deutschland geht. Es mangelt einem dort eigentlich an nichts, man kann problemlos überall einkaufen gehen ohne Verständigungsprobleme, wenn man ins Kino will, geht man eben, man kann jeden Fernsehsender schauen und versteht alles. Man kann vor allem vor die Tür gehen und saubere Luft atmen. Da machten wir uns zu anfangs jeden Tag Gedanken zu, ob wir wirklich rauskönnen und was wir jetzt alles einatmen…. Vor ein paar Tagen kam erst wieder was über Feinstaub, wo eine deutsche Stadt den Wert 50 gemessen hat. Da haben wir gelacht, 50 ist hier Luxus, da sind wir sofort draußen….
Wir ihr wisst, musste ich nun Anfang Januar zurück nach China mit einem ganz unguten Gefühl, meine Familie allein zu lassen. Ich konnte aber Mitte Januar zurück, da noch einige private Dinge anstanden und bin nun endgültig seit März wieder in China. Geplant war das so zwar nicht, ich wollte viel eher zurück, aber manche Dinge sind einfach nicht planbar. Ich hab mich in den letzten zwei Deutschland-Monaten natürlich wieder an alles total gewöhnt und wollte nicht zurück in die schlechte Luft. Ich war so happy, meine Familie, Tiere, Freunde, Kollegen wieder um mich zu haben, daß ich beschlossen habe, auch dieses Jahr öfter in DE zu sein, zumal der Job es auch teils erfordert. Aber meine China-Aufenthalte versuche ich nun anders zu gestalten, viel mehr zu unternehmen, sofern das natürlich zeitlich möglich ist.
Mittlerweile ist das Gefühl auch nicht mehr ganz so schlimm, hier zu sein. Ich kann das Ende ja schon sehen, auch wenn es erst nächstes Jahr ist…. Soll bestimmt nicht heißen, daß ich jetzt wehmütig werde, ich denke nicht, daß ich das je sein werde, dafür ist der kulturelle und umweltliche Unterschied einfach viel zu krass, dafür gibt es einfach zu viele Aspekte, die einem so vieles hier erschweren… Und ich weiß ja, was ich in DE alles haben kann. Weiterhin gibt es ja auch eine private Planung, die sich eigentlich erst durch die letzten Monate ergeben hat und die nun umgesetzt werden wird. Manchmal muß man eben erst weg, um zu erkennen, was man wirklich möchte.
Dann nun auf ein neues spannendes Jahr…. Schauen wir mal, was das so bringen wird….
Bedanken möchte ich mich bei meinen Kollegen, die mir im Dezember ganz viel abgenommen haben, als unsere nächste Software-Einführung anstand und ich nicht verfügbar war. Das war Gold wert und so konnte ich mich ausschließlich um meine Familie kümmern.
Auch meine Familie und Freunde waren toll und haben uns unterstützt, wo es nur ging! Danke!!
Rausgerissen aus China von einer Minute auf die nächste, hatte ich keine Zeit für Jetlag und Nachdenken. Erst als ich nach Weihnachten langsam zur Ruhe kam, hab ich mir immer wieder die Frage gestellt, wie es nun weitergehen soll. Auf einmal war China zur absoluten Nebensache geworden, ich hatte eher ein schreckliches Gefühl, zurückkehren zu müssen. Das letzte Jahr hat soviele unerwartete Reaktionen und Emotionen hervorgerufen, die man in einem normalen Alltag einfach nicht in dem Maße und in der Zeit erlebt. Von Wut über manche Erlebnisse, über Gelassenheit, weil man eh nichts ändern kann bis hin zu totaler Traurigkeit, weil man sich von Gott und der Welt verlassen fühlt.
Oder auch Freude, weil man mal was ganz anderes sieht und hört, weil man sich besinnt, welche Chance man eigentlich bekommen hat, weil man merkt, wie gut es einem in Deutschland geht. Es mangelt einem dort eigentlich an nichts, man kann problemlos überall einkaufen gehen ohne Verständigungsprobleme, wenn man ins Kino will, geht man eben, man kann jeden Fernsehsender schauen und versteht alles. Man kann vor allem vor die Tür gehen und saubere Luft atmen. Da machten wir uns zu anfangs jeden Tag Gedanken zu, ob wir wirklich rauskönnen und was wir jetzt alles einatmen…. Vor ein paar Tagen kam erst wieder was über Feinstaub, wo eine deutsche Stadt den Wert 50 gemessen hat. Da haben wir gelacht, 50 ist hier Luxus, da sind wir sofort draußen….
Wir ihr wisst, musste ich nun Anfang Januar zurück nach China mit einem ganz unguten Gefühl, meine Familie allein zu lassen. Ich konnte aber Mitte Januar zurück, da noch einige private Dinge anstanden und bin nun endgültig seit März wieder in China. Geplant war das so zwar nicht, ich wollte viel eher zurück, aber manche Dinge sind einfach nicht planbar. Ich hab mich in den letzten zwei Deutschland-Monaten natürlich wieder an alles total gewöhnt und wollte nicht zurück in die schlechte Luft. Ich war so happy, meine Familie, Tiere, Freunde, Kollegen wieder um mich zu haben, daß ich beschlossen habe, auch dieses Jahr öfter in DE zu sein, zumal der Job es auch teils erfordert. Aber meine China-Aufenthalte versuche ich nun anders zu gestalten, viel mehr zu unternehmen, sofern das natürlich zeitlich möglich ist.
Mittlerweile ist das Gefühl auch nicht mehr ganz so schlimm, hier zu sein. Ich kann das Ende ja schon sehen, auch wenn es erst nächstes Jahr ist…. Soll bestimmt nicht heißen, daß ich jetzt wehmütig werde, ich denke nicht, daß ich das je sein werde, dafür ist der kulturelle und umweltliche Unterschied einfach viel zu krass, dafür gibt es einfach zu viele Aspekte, die einem so vieles hier erschweren… Und ich weiß ja, was ich in DE alles haben kann. Weiterhin gibt es ja auch eine private Planung, die sich eigentlich erst durch die letzten Monate ergeben hat und die nun umgesetzt werden wird. Manchmal muß man eben erst weg, um zu erkennen, was man wirklich möchte.
Dann nun auf ein neues spannendes Jahr…. Schauen wir mal, was das so bringen wird….
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Weihnachtsmarkt Beijing
silke3110, 05:55h
Zum ersten Mal hab ich nun an dem Weihnachtsmarkt der deutschen Botschaft in Peking teilgenommen. Es war wieder ein sehr interessantes Erlebnis. Mit unserem deutschen Besucher sind wir nach einer Anreise von über 2 Stunden endlich an der deutschen Botschaft angekommen und hatten schon im Vorfeld von einer Freundin gehört, daß es wahnsinnig voll ist und wir uns auf eine lange Schlange einstellen sollten. Genauso war es dann auch. Die Besucherschlange (wohlbemerkt nur Chinesen in der Schlange) ging einmal um die ganze Botschaft rum, Wartezeit bis zum Einlass geschätzte 2 Stunden. Wir waren schon am Überlegen, ob es das wirklich wert ist und waren schon am Umdrehen, als ich mir dachte „warum nicht mal chinesisches Verhalten an den Tag legen“ und bin mit den beiden Männern einfach an der ganzen Schlange vorbei und einfach reingegangen. Gesagt hat keiner was, dumm geguckt hat auch keiner. Wunderbar!
Endlich auf dem Gelände erwartete uns ein einziges Gedränge und Geschiebe. Alle wollten nur schauen, aber nichts kaufen. Dabei hatten sich alle deutschen Firmen richtig tolle Sachen überlegt. So gab es deutsche Currywurst von VW, Glühwein bei Siemens etc. Halt ein deutscher Weihnachtsmarkt! An den Ständen hat man allerdings nur die Deutschen gesehen, die Chinesen haben nur Fotos gemacht. Im Gebäude selbst war es dann auch nicht viel besser. Irgendwann trafen wir dann unsere Freunde und haben uns einen netten Nachmittag gemacht. Wir waren uns aber alle einig, daß der deutsche Weihnachtsmarkt superschön ist, aber das ganze Flair von dem lauten Geschnatter und Fotografieren kaputt gemacht wird, daß einfach keiner verstehen kann, wie sehr man sich nach einem solchen Event sehnt, wenn man schon lange keine Landsleute mehr getroffen hat und auch lange nichts mehr Deutsches gegessen hat. Auch die Veranstalter waren wenig begeistert, welche Entwicklung der Markt genommen hatte, da im letzten Jahr noch viel mehr Deutsche da waren und die Stimmung wirklich anders und gemütlicher war. Stellt sich die Frage, ob man das überhaupt erwarten darf in einem Land, wo man ja eigentlich auch nur quasi Gast ist…. Ähnlich war auch der Weihnachtsmarkt dann in Tianjin, wo das ganze Flair den Bach runterging und dort der Veranstalter auch schon total unglücklich überlegt, ob er sich das nochmal antut…. Hier in China gilt eben leider immer wieder: Masse statt Klasse…..
Endlich auf dem Gelände erwartete uns ein einziges Gedränge und Geschiebe. Alle wollten nur schauen, aber nichts kaufen. Dabei hatten sich alle deutschen Firmen richtig tolle Sachen überlegt. So gab es deutsche Currywurst von VW, Glühwein bei Siemens etc. Halt ein deutscher Weihnachtsmarkt! An den Ständen hat man allerdings nur die Deutschen gesehen, die Chinesen haben nur Fotos gemacht. Im Gebäude selbst war es dann auch nicht viel besser. Irgendwann trafen wir dann unsere Freunde und haben uns einen netten Nachmittag gemacht. Wir waren uns aber alle einig, daß der deutsche Weihnachtsmarkt superschön ist, aber das ganze Flair von dem lauten Geschnatter und Fotografieren kaputt gemacht wird, daß einfach keiner verstehen kann, wie sehr man sich nach einem solchen Event sehnt, wenn man schon lange keine Landsleute mehr getroffen hat und auch lange nichts mehr Deutsches gegessen hat. Auch die Veranstalter waren wenig begeistert, welche Entwicklung der Markt genommen hatte, da im letzten Jahr noch viel mehr Deutsche da waren und die Stimmung wirklich anders und gemütlicher war. Stellt sich die Frage, ob man das überhaupt erwarten darf in einem Land, wo man ja eigentlich auch nur quasi Gast ist…. Ähnlich war auch der Weihnachtsmarkt dann in Tianjin, wo das ganze Flair den Bach runterging und dort der Veranstalter auch schon total unglücklich überlegt, ob er sich das nochmal antut…. Hier in China gilt eben leider immer wieder: Masse statt Klasse…..
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Mittwoch, 14. Januar 2015
Chinesische Hochzeit
silke3110, 07:15h
Im Oktober letzten Jahres durften wir endlich mal an einer chinesischen Hochzeit teilnehmen.
Bereits im Januar des Jahres bekam ich die Hochzeitsvorbereitungen mit, die in China ähnlich aufwendig zu sein scheinen wie in Deutschland. Ich konnte immer gar nicht verstehen, was unsere Kollegin erzählte wegen eines neues Apartments, welches erst dafür fertig sein muß bevor getraut wird, dann was das bedeuten soll mit der „decoration“ und so. Jetzt, nach der Hochzeit bin ich schlauer und da nun auch ein weiterer Kollege plant, dieses Jahr zu heiraten, ist einiges klarer.
Und zwar ist es eigentlich in China so (lt. einer anderen Kollegin), daß man sich seinen Zukünftigen als Mädel danach aussucht, was im Hintergrund ist. Dabei ist es wichtig, daß er ein Auto hat, Geld hat und gebildet ist. Denn: man zieht nach der Hochzeit in die neue Wohnung der Eltern des Mannes, die natürlich da mit wohnen. In die alte Wohnung geht mal gar nicht….. Die neue Wohnung muß komplett neue Möbel haben, das ist die „decoration“. Wenn das alles gewährleistet ist, können die Hochzeitsvorbereitungen losgehen.
Nun wird zunächst die Location gebucht, am besten ein Hotel, was richtig teuer ist, denn teuer = gut (das kommt nicht von mir). Dann braucht man einen Fotografen (okay, den will ja jeder haben), einen Videografen und wenn gewünscht, einen Moderator (oder auch sogar Wedding Planner). Die sind richtig teuer (einer davon um die 2.000 Euro). Das ist schon mal so ziemlich das Wichtigste. Dann die Frage der Kleider. Die wechselt man an besagtem Tag bis zu 8mal. Durchschnitt sind aber 3 bis 4. Die werden geliehen und man bucht das Leihpaket auch früh genug. Wie passt man nun in diese Dinger rein ohne die vorher anzuprobieren? Genau, die sind groß genug und werden dann mit Sicherheitsnadeln am Rücken zugesteckt, bis es passt. Sieht übrigens ziemlich gewöhnungsbedürftig aus….. Da die meisten Chinesinnen ja auch superschlank sind, sind die Größen immer auf 40-55 Kilogramm-Frauen geschnitten.
Nun bucht man die Pre-Wedding-Fotos. Die macht man ein halbes Jahr vor der eigentlichen Hochzeit und reist dazu wie in die Flitterwochen an einen Strand und macht dort Fotos in den verschiedensten Kleidern. Dann fährt man noch zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten, speziell Kirchen und macht Fotos. Aus den ganzen Fotos wird eine Präsentation gemacht.
Dann sucht man die Gäste aus. Regel, je mehr, desto besser. Denn die Gäste finanzieren das Ganze (das Essen ist nämlich mit ca. 10-15 € pro Person richtig günstig, Alkohol kauft man im Supermarkt und bringt den mit). Man gibt bevorzugt Geldscheine, die in Summe 888 RMB (über 100 €) ergeben oder mehr, unter der Summe von 500 RMB ist es nur wenigen Leuten gestattet, was zu geben (ärmere Verwandte oder so). Man beginnt so in der Regel ab 200 RMB, bloß nichts mit ner 4 geben, denn 4 = Unglück. Richtig gut ist, wenn man westliche Freunde oder Kollegen hat, da schmückt man sich mit. Das ist was Besonderes. Dazu aber später!
Das Geld überreicht man in einem roten Umschlag, dem Hong Bao, was anderes geht gar nicht. Man schenkt auch keine Blumen oder was dazu.
Nun war es denn soweit, die Hochzeit stand bevor. Wir hatten schon diverse Infos bekommen, wie sowas abläuft, was man anzieht und wie lange das dauert. Die Stories dazu waren „interessant“. So ist es wohl total egal wie man da aufkreuzt farblich, nur kein Weiß oder Rot, kein Tanz, keine Spiele und bloß nicht festlich kleiden.
Um sicher zu gehen hab ich dann die Kollegen nochmal gefragt, die mir sagten, ich soll nichts Rotes, Weißes, Dunkles anziehen. Blau geht gar nicht, Schwarz ganz schlimm etc. Auf die Frage, was die denn selbst anziehen, kam immer nur „mal sehen“.
Hat mich also nicht weiter gebracht. Also hab ich unsere Vermieterin gefragt. Da kamen die gleichen qualifizierten Aussagen, ich sollte doch mal gucken, ob ich was Braunes hab. Braun geht immer. Tja, genau die Farbe ist in meiner Garderobe nicht vorhanden. Hellblau ginge auch, hab ich aber auch nicht. Gelb wär auch gut. Gelb, also ich weiß ja nicht, hab ich aber auch eh nicht. Ich war schon ganz verzweifelt und hab dann beschlossen, ein weinrotes Kleid zu tragen, hatte schicke Schuhe dazu und hab mir noch Locken gemacht. Markus hatte es da leichter, Anzug und fertig.
Am Eingang des Hotels wurden wir gleich von der Trauzeugin abgefangen, die wenigstens Englisch konnte. Die hat Markus gleich erstmal verklickert, daß er als westlicher Chef Trauzeuge sei und eine Rede halten müsste (zumindest von der Rede wussten wir). Er sollte mit ihr und einer anderen Frau vorne sitzen. Begeisterung ist was anderes. Dann bekam er noch einen Blumenanstecker, der gleich erstmal sein weißes Hemd ruiniert hat.
Im Saal dann wurden wir an den Tisch geführt, wo auch die anderen Kollegen saßen.
Und was war???? Wir waren vollkommen overdressed!! Die Gesellschaft saß da in den Farben SCHWARZ, BLAU, ROT, WEISS etc. Ich kam mir echt verkaspert vor. Von Jeans über Jogginghosen war alles dabei. Selbst die Eltern des Brautpaares sahen 08/15 aus.
Es wurde geraucht überall, auf jedem Tisch standen Snacks und Zigaretten. Aschenbecher Mangelware, kann man ja auf den Boden schnippen….
Dann ging es los. Zunächst wurde eine Präsentation der Pre-Wedding-Fotos über zehnmal abgespielt. Dann kam der Moderator, der ein Mikro hatte, was dauernd Rückkopplung hatte. Während wir 4 Westler schon Bedenken hatten, einen Hörsturz zu bekommen, haben die Chinesen nicht mal gezuckt. Das scheint also normal zu sein. Dann wurde die Braut von ihrem Vater reingeführt im weißen Kleid. Wir haben sie gar nicht wieder erkannt. Aus dem Mädchen mit Brille und Jogginghose ohne Make-Up hatten sie eine Frau gezaubert, die komplett anders aussah. Der Bräutigam kam dann auf sie zu und musste 3x was Lautes in Chinesisch schreien, dann hat der Vater sie ihm übergeben. Dann wurden die Reden alle auf der Bühne gehalten.
Der Moderator kündigte immer die nächsten Schritte an. Nach den Reden der Trauzeugen hielt er noch eine und forderte den Chef auf, nochmal richtig Geld springen zu lassen außer dem eh schon angedachten Geschenk. Markus hat da nicht drauf reagiert….. Is ja schon unverschämt.
Anschließend kam die traditionelle Teezeremonie. Das Brautpaar musste mit den Eltern Tee trinken und wieder wurde irgendwas gebrüllt. Es geht da wohl um die Überführung in die Hände des Bräutigam und seiner Eltern, er soll gut für sie sorgen und so. Danach hat sich das Brautpaar noch das Eheversprechen gegeben und dann war es das. Dann wurden Fotos mit allen Gästen gemacht und diese dann zu den Tischen geführt in separate Räume. Verwandte saßen zusammen, Kollegen unter sich, Freunde unter sich. Das Essen bestand hauptsächlich aus Fisch und den typischen Sachen, die man eh hier kennt.
Die Braut hat sich dann umgezogen und hatte ein lachsfarbenes Kleid an und eine neue Frisur. Das Paar ist dann zu jedem Tisch gegangen und hat angestoßen und dazu wurde eine Zigarette geraucht, wer wollte. Dort übergibt man dann den Umschlag.
Dann kamen noch die Eltern rum und haben angestoßen. Nach 2 Stunden brachen schon die ersten Gäste auf. Die Braut hatte sich zur Verabschiedung wieder umgezogen und hatte nun ein traditionelles rotes Kleid an, Frisur war auch neu. Beim Verlassen des Saales konnte man sich dann die Reste des Essens einpacken, was auch viele gemacht haben.
Und nach insgesamt 3 Stunden saßen wir wieder zu Hause auf dem Sofa.
Fazit: absolut unromantisch und emotionslos. Ist mal interessant, aber einmal reicht völlig aus.
Das Paar ist dann in die Flitterwochen nach Thailand gestartet und als sie wieder zur Arbeit kam, gab es für jeden noch ein Säckchen Süßes und Zigaretten. Interessant war, daß sie nach der Hochzeit jeden Tag in Rot zur Arbeit kam, einen Tag richtig geschminkt, dann mal mit Locken, dann mit Stöckelschuhen, dann mal kurze Röcke, Strumpfhosen und und und….. Langsam, jetzt nach 2 Monaten nimmt das ab (da sagen doch die Männer garantiert gleich „jaja, typisch, nach der Hochzeit lassen sich die Weiber gehen“ )…….







Bereits im Januar des Jahres bekam ich die Hochzeitsvorbereitungen mit, die in China ähnlich aufwendig zu sein scheinen wie in Deutschland. Ich konnte immer gar nicht verstehen, was unsere Kollegin erzählte wegen eines neues Apartments, welches erst dafür fertig sein muß bevor getraut wird, dann was das bedeuten soll mit der „decoration“ und so. Jetzt, nach der Hochzeit bin ich schlauer und da nun auch ein weiterer Kollege plant, dieses Jahr zu heiraten, ist einiges klarer.
Und zwar ist es eigentlich in China so (lt. einer anderen Kollegin), daß man sich seinen Zukünftigen als Mädel danach aussucht, was im Hintergrund ist. Dabei ist es wichtig, daß er ein Auto hat, Geld hat und gebildet ist. Denn: man zieht nach der Hochzeit in die neue Wohnung der Eltern des Mannes, die natürlich da mit wohnen. In die alte Wohnung geht mal gar nicht….. Die neue Wohnung muß komplett neue Möbel haben, das ist die „decoration“. Wenn das alles gewährleistet ist, können die Hochzeitsvorbereitungen losgehen.
Nun wird zunächst die Location gebucht, am besten ein Hotel, was richtig teuer ist, denn teuer = gut (das kommt nicht von mir). Dann braucht man einen Fotografen (okay, den will ja jeder haben), einen Videografen und wenn gewünscht, einen Moderator (oder auch sogar Wedding Planner). Die sind richtig teuer (einer davon um die 2.000 Euro). Das ist schon mal so ziemlich das Wichtigste. Dann die Frage der Kleider. Die wechselt man an besagtem Tag bis zu 8mal. Durchschnitt sind aber 3 bis 4. Die werden geliehen und man bucht das Leihpaket auch früh genug. Wie passt man nun in diese Dinger rein ohne die vorher anzuprobieren? Genau, die sind groß genug und werden dann mit Sicherheitsnadeln am Rücken zugesteckt, bis es passt. Sieht übrigens ziemlich gewöhnungsbedürftig aus….. Da die meisten Chinesinnen ja auch superschlank sind, sind die Größen immer auf 40-55 Kilogramm-Frauen geschnitten.
Nun bucht man die Pre-Wedding-Fotos. Die macht man ein halbes Jahr vor der eigentlichen Hochzeit und reist dazu wie in die Flitterwochen an einen Strand und macht dort Fotos in den verschiedensten Kleidern. Dann fährt man noch zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten, speziell Kirchen und macht Fotos. Aus den ganzen Fotos wird eine Präsentation gemacht.
Dann sucht man die Gäste aus. Regel, je mehr, desto besser. Denn die Gäste finanzieren das Ganze (das Essen ist nämlich mit ca. 10-15 € pro Person richtig günstig, Alkohol kauft man im Supermarkt und bringt den mit). Man gibt bevorzugt Geldscheine, die in Summe 888 RMB (über 100 €) ergeben oder mehr, unter der Summe von 500 RMB ist es nur wenigen Leuten gestattet, was zu geben (ärmere Verwandte oder so). Man beginnt so in der Regel ab 200 RMB, bloß nichts mit ner 4 geben, denn 4 = Unglück. Richtig gut ist, wenn man westliche Freunde oder Kollegen hat, da schmückt man sich mit. Das ist was Besonderes. Dazu aber später!
Das Geld überreicht man in einem roten Umschlag, dem Hong Bao, was anderes geht gar nicht. Man schenkt auch keine Blumen oder was dazu.
Nun war es denn soweit, die Hochzeit stand bevor. Wir hatten schon diverse Infos bekommen, wie sowas abläuft, was man anzieht und wie lange das dauert. Die Stories dazu waren „interessant“. So ist es wohl total egal wie man da aufkreuzt farblich, nur kein Weiß oder Rot, kein Tanz, keine Spiele und bloß nicht festlich kleiden.
Um sicher zu gehen hab ich dann die Kollegen nochmal gefragt, die mir sagten, ich soll nichts Rotes, Weißes, Dunkles anziehen. Blau geht gar nicht, Schwarz ganz schlimm etc. Auf die Frage, was die denn selbst anziehen, kam immer nur „mal sehen“.
Hat mich also nicht weiter gebracht. Also hab ich unsere Vermieterin gefragt. Da kamen die gleichen qualifizierten Aussagen, ich sollte doch mal gucken, ob ich was Braunes hab. Braun geht immer. Tja, genau die Farbe ist in meiner Garderobe nicht vorhanden. Hellblau ginge auch, hab ich aber auch nicht. Gelb wär auch gut. Gelb, also ich weiß ja nicht, hab ich aber auch eh nicht. Ich war schon ganz verzweifelt und hab dann beschlossen, ein weinrotes Kleid zu tragen, hatte schicke Schuhe dazu und hab mir noch Locken gemacht. Markus hatte es da leichter, Anzug und fertig.
Am Eingang des Hotels wurden wir gleich von der Trauzeugin abgefangen, die wenigstens Englisch konnte. Die hat Markus gleich erstmal verklickert, daß er als westlicher Chef Trauzeuge sei und eine Rede halten müsste (zumindest von der Rede wussten wir). Er sollte mit ihr und einer anderen Frau vorne sitzen. Begeisterung ist was anderes. Dann bekam er noch einen Blumenanstecker, der gleich erstmal sein weißes Hemd ruiniert hat.
Im Saal dann wurden wir an den Tisch geführt, wo auch die anderen Kollegen saßen.
Und was war???? Wir waren vollkommen overdressed!! Die Gesellschaft saß da in den Farben SCHWARZ, BLAU, ROT, WEISS etc. Ich kam mir echt verkaspert vor. Von Jeans über Jogginghosen war alles dabei. Selbst die Eltern des Brautpaares sahen 08/15 aus.
Es wurde geraucht überall, auf jedem Tisch standen Snacks und Zigaretten. Aschenbecher Mangelware, kann man ja auf den Boden schnippen….
Dann ging es los. Zunächst wurde eine Präsentation der Pre-Wedding-Fotos über zehnmal abgespielt. Dann kam der Moderator, der ein Mikro hatte, was dauernd Rückkopplung hatte. Während wir 4 Westler schon Bedenken hatten, einen Hörsturz zu bekommen, haben die Chinesen nicht mal gezuckt. Das scheint also normal zu sein. Dann wurde die Braut von ihrem Vater reingeführt im weißen Kleid. Wir haben sie gar nicht wieder erkannt. Aus dem Mädchen mit Brille und Jogginghose ohne Make-Up hatten sie eine Frau gezaubert, die komplett anders aussah. Der Bräutigam kam dann auf sie zu und musste 3x was Lautes in Chinesisch schreien, dann hat der Vater sie ihm übergeben. Dann wurden die Reden alle auf der Bühne gehalten.
Der Moderator kündigte immer die nächsten Schritte an. Nach den Reden der Trauzeugen hielt er noch eine und forderte den Chef auf, nochmal richtig Geld springen zu lassen außer dem eh schon angedachten Geschenk. Markus hat da nicht drauf reagiert….. Is ja schon unverschämt.
Anschließend kam die traditionelle Teezeremonie. Das Brautpaar musste mit den Eltern Tee trinken und wieder wurde irgendwas gebrüllt. Es geht da wohl um die Überführung in die Hände des Bräutigam und seiner Eltern, er soll gut für sie sorgen und so. Danach hat sich das Brautpaar noch das Eheversprechen gegeben und dann war es das. Dann wurden Fotos mit allen Gästen gemacht und diese dann zu den Tischen geführt in separate Räume. Verwandte saßen zusammen, Kollegen unter sich, Freunde unter sich. Das Essen bestand hauptsächlich aus Fisch und den typischen Sachen, die man eh hier kennt.
Die Braut hat sich dann umgezogen und hatte ein lachsfarbenes Kleid an und eine neue Frisur. Das Paar ist dann zu jedem Tisch gegangen und hat angestoßen und dazu wurde eine Zigarette geraucht, wer wollte. Dort übergibt man dann den Umschlag.
Dann kamen noch die Eltern rum und haben angestoßen. Nach 2 Stunden brachen schon die ersten Gäste auf. Die Braut hatte sich zur Verabschiedung wieder umgezogen und hatte nun ein traditionelles rotes Kleid an, Frisur war auch neu. Beim Verlassen des Saales konnte man sich dann die Reste des Essens einpacken, was auch viele gemacht haben.
Und nach insgesamt 3 Stunden saßen wir wieder zu Hause auf dem Sofa.
Fazit: absolut unromantisch und emotionslos. Ist mal interessant, aber einmal reicht völlig aus.
Das Paar ist dann in die Flitterwochen nach Thailand gestartet und als sie wieder zur Arbeit kam, gab es für jeden noch ein Säckchen Süßes und Zigaretten. Interessant war, daß sie nach der Hochzeit jeden Tag in Rot zur Arbeit kam, einen Tag richtig geschminkt, dann mal mit Locken, dann mit Stöckelschuhen, dann mal kurze Röcke, Strumpfhosen und und und….. Langsam, jetzt nach 2 Monaten nimmt das ab (da sagen doch die Männer garantiert gleich „jaja, typisch, nach der Hochzeit lassen sich die Weiber gehen“ )…….







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