Montag, 4. August 2014
Neue Bekanntschaften
silke3110, 09:56h
Wir haben durch Zufall auch ein Pärchen kennengelernt. Waren Samstag kurz zum Einkaufen in einer Mall und ich stehe so rum in einer Dekoecke und gucke mir was an, da hör ich Deutsch. Hab mich umgedreht und aus mir sprudelte gleich raus „Deutsche“. Ich spreche wirklich NIE wen an und da ist es passiert, wie ein Reflex. Jedenfalls kamen wir dann ins Gespräch. Die Beiden sind auch aus Tianjin und kennen auch nicht soviele Leute und sind in etwa so lange da wie wir.
Mittlerweile haben wir uns einmal zum Schnitzel-Essen im Paulaner getroffen und wollen auch weiter in Kontakt bleiben….
Mittlerweile haben wir uns einmal zum Schnitzel-Essen im Paulaner getroffen und wollen auch weiter in Kontakt bleiben….
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Tianjin-Theater und das Jacaranda-Ensemble
silke3110, 09:55h
Über unseren Newsletter erfuhren wir von einem deutsch-schweizerischen Ensemble, was auftreten sollte. Da haben wir uns relativ frühzeitig Karten für besorgt. Und so sind wir am 29.07. zum Theater gefahren. Wie immer sind solche Veranstaltungen relativ gut besucht und das ist so ziemlich der einzigste Ort, wo man wirklich einige Deutsche trifft. So begann um 19.30 Uhr die erste Halbzeit und das Orchester fing relativ zeitig an. Während das erste Stück lief, ging immer wieder die Tür auf und Leute kamen „leise“ auf ihren Stöckelschuhen herein. Als das Stück vorbei war, wartete die Band darauf, bis endlich Ruhe eingekehrt war und legte wieder los. Und dann kam die nächste Welle an Menschen herein immer mit einem Krach, der alle störte, es wurde sich unterhalten, durch die Reihen gelaufen, bis man den Platz hatte. Ganz zu anfangs gab es auch ein Schild, wo untersagt wird, Kameras und Handys zu nutzen. Interessiert hat es aber keinen, es wurde munter geknipst und die Ordner an den Türen hatten Laserpointer, die sie dann einsetzten um auf die Leute zu zielen. Während wir schon fast nen Augenschaden hatten, weil vor und hinter uns geknipst wurde und man selbst ja immer ein wenig von dem Licht abbekommt, hat das die Landsleute hier gar nicht interessiert. Es wurde auch immer zum Telefonieren rausgegangen.
In der Pause haben wir dann einige Bekannte getroffen, was ganz schön war. Insgesamt hat sich der Abend wirklich gelohnt, manchmal ist das ganze Drumherum einfach interessanter als die Aufführung an sich…. Manchmal wird sogar die ganze Show verschlafen und zum Schluss gibt es aber doch Standing Ovations….

In der Pause haben wir dann einige Bekannte getroffen, was ganz schön war. Insgesamt hat sich der Abend wirklich gelohnt, manchmal ist das ganze Drumherum einfach interessanter als die Aufführung an sich…. Manchmal wird sogar die ganze Show verschlafen und zum Schluss gibt es aber doch Standing Ovations….

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Ikea...
silke3110, 09:55h
Wir waren mal wieder bei Ikea. Der Besuch war einzigartig. Wir waren ja nun schon ein paar Mal da, aber das toppte nun echt alles. Es war hypervoll und direkt am Eingang geht es ja meist los mit der Sofaabteilung wie bei allen Ikeas. Und da lagen schon die ersten Leute auf den Sofas und schliefen, Weiter an den Bürostühlen vorbei hatte man es sich dort auch bequem gemacht und schlief und die Bettenabteilung war voll belegt. Sowas hab ich noch nicht gesehen. Von dem kleinen Baby bis zur Oma lagen alle da und pennten und ließen sich von dem Trubel gar nicht stören. Leider war es ein wenig schwierig dort Fotos zu machen, in China ist es verpönt, Leute zu fotografieren, die man vorher nicht gefragt hat….
Übrigens stellt man seinen Einkaufswagen irgendwo ab, ob da nen Auto verkratzen könnte ist egal.
Am nächsten Tag haben wir unsere Kollegen mal darauf angesprochen. Die waren völlig verwundert, daß wir das gar nicht kannten. Es sei total normal, daß man bei einem Ikea-Besuch auch mal ne Pause einlegt und schläft. Ich berichtete dann von Deutschland und daß man sich da auf den Möbeln niederlässt, um sie zu testen für den eventuellen Kauf. Das konnten sie gar nicht glauben.…




Übrigens stellt man seinen Einkaufswagen irgendwo ab, ob da nen Auto verkratzen könnte ist egal.
Am nächsten Tag haben wir unsere Kollegen mal darauf angesprochen. Die waren völlig verwundert, daß wir das gar nicht kannten. Es sei total normal, daß man bei einem Ikea-Besuch auch mal ne Pause einlegt und schläft. Ich berichtete dann von Deutschland und daß man sich da auf den Möbeln niederlässt, um sie zu testen für den eventuellen Kauf. Das konnten sie gar nicht glauben.…




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Fußball-WM auch in China/Sport in China (im Fitnessstudio)
silke3110, 09:53h
Leider haben wir nur ein Teil der WM in Deutschland verbringen können. Durch die Zeitverschiebung mit 6 Stunden war jedes Spiel mit echtem Schlafmangel verbunden. Aber nicht nur uns traf das, sondern auch die chinesischen Kollegen, die genauso die deutschen Spiele mit verfolgt haben. China war ja nun nicht bei der WM vertreten und so hat uns doch die Solidarität sehr gewundert und auch gefreut. Wir haben dann von einigen Kollegen gehört, daß man sich in China generell starke Sportmannschaften gern ansieht.
Zum Finale sind wir nachts um 3 aufgestanden. Erst hatten wir überlegt ins Brauhaus zu gehen, weil dort ein Event stattfinden sollte, aber leider haben wir darauf verzichten müssen, da wir den Montag ja arbeiten mussten und Einiges anlag. Zudem ist es ja nachts schwierig hier Taxen zu bekommen…
Also haben wir auf dem Sofa geschaut und konnten wenigstens mit unseren Freunden in DE und CN per Facebook und WeChat das Spiel zusammen genießen. Nur gab es da ein Manko. Wir haben Internet-Tv und waren immer 5 Minuten hinter der Live-Übertragung hinterher. Und was heißt das? Genau, bevor wir das Tor sahen, wussten wir das schon aus den Chats. Gelohnt hat sich das Spiel natürlich allemal und so sind wir nach dem Spiel in unseren Fansachen zur Arbeit gegangen (Markus Trikot, ich Schwarz-Rot-Gold).
Anmerkungen von Markus:
Am Abend vor dem vierten Titel unserer N11 waren wir in einer Mall mit übergroßen WM Pokal. Markus hat in weiser Voraussicht schon Hand angelegt. Bevor es vorm Finale wieder nach Hause ging, waren wir noch bei Mai Dan Lo (McD). Bei einem Song grübelt Markus die ganze Zeit woher er ihn kennt. Bis er dann ganz entspannt sagte:“ Das ist mal ein gutes Omen. Da läuft gerade der WM Song von 1990 –Gianna Nannini-. Es kann nichts mehr schiefgehen!“
Rückblickend hat er dann recht gehabt.
Abends waren wir noch kurz im Gym. Sehr interessant. Der lokale Sportler trainiert entweder gerne verschwitzt mit freien Oberkörper oder er stellt sich vor die Geräte, schaut sie eine halbe Stunde an und geht dann wieder nach Hause (mentale fitness wird oft unterschätzt). Einer der Leistungssportler hat Markus dann auf Französisch (er war sieben Jahre in Paris und konnte kein Englisch) erklärt, dass die WM von Argentinien gewonnen wird.
Naja, seine Antwort war trocken: „ Don’t cry for me Argentina…!“










Zum Finale sind wir nachts um 3 aufgestanden. Erst hatten wir überlegt ins Brauhaus zu gehen, weil dort ein Event stattfinden sollte, aber leider haben wir darauf verzichten müssen, da wir den Montag ja arbeiten mussten und Einiges anlag. Zudem ist es ja nachts schwierig hier Taxen zu bekommen…
Also haben wir auf dem Sofa geschaut und konnten wenigstens mit unseren Freunden in DE und CN per Facebook und WeChat das Spiel zusammen genießen. Nur gab es da ein Manko. Wir haben Internet-Tv und waren immer 5 Minuten hinter der Live-Übertragung hinterher. Und was heißt das? Genau, bevor wir das Tor sahen, wussten wir das schon aus den Chats. Gelohnt hat sich das Spiel natürlich allemal und so sind wir nach dem Spiel in unseren Fansachen zur Arbeit gegangen (Markus Trikot, ich Schwarz-Rot-Gold).
Anmerkungen von Markus:
Am Abend vor dem vierten Titel unserer N11 waren wir in einer Mall mit übergroßen WM Pokal. Markus hat in weiser Voraussicht schon Hand angelegt. Bevor es vorm Finale wieder nach Hause ging, waren wir noch bei Mai Dan Lo (McD). Bei einem Song grübelt Markus die ganze Zeit woher er ihn kennt. Bis er dann ganz entspannt sagte:“ Das ist mal ein gutes Omen. Da läuft gerade der WM Song von 1990 –Gianna Nannini-. Es kann nichts mehr schiefgehen!“
Rückblickend hat er dann recht gehabt.
Abends waren wir noch kurz im Gym. Sehr interessant. Der lokale Sportler trainiert entweder gerne verschwitzt mit freien Oberkörper oder er stellt sich vor die Geräte, schaut sie eine halbe Stunde an und geht dann wieder nach Hause (mentale fitness wird oft unterschätzt). Einer der Leistungssportler hat Markus dann auf Französisch (er war sieben Jahre in Paris und konnte kein Englisch) erklärt, dass die WM von Argentinien gewonnen wird.
Naja, seine Antwort war trocken: „ Don’t cry for me Argentina…!“










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Montag, 21. Juli 2014
Das erste halbe Jahr ist um.....
silke3110, 12:34h
Viele haben immer wieder gesagt „erzähl doch mal“ oder „wie ist es“. Was sagt man nun darauf? Man sagt immer wieder „es ist einfach anders“. Denn man kann es einfach nicht beschreiben. Eigentlich müsste man jedem ans Herz legen, einfach mal ein paar Wochen diese Erfahrung zu machen, damit man verstehen kann, warum wir manchmal an der Grenze des Erträglichen sind oder oft einfach traurig oder uns einsam fühlen. Natürlich geht das nicht, ganz klar!!!!
Wir haben nun in der Zeit sehr viele schöne Sachen erlebt und auch viel gelernt, aber genauso oft waren wir frustriert und haben uns gefragt, wie das alles weiter gehen soll und warum man sich das alles antut. Denn das tut man nicht wegen des Geldes, denn so viel kann keiner zahlen, daß die negativen Aspekte wett gemacht werden, die man hier durchlebt wie die Umwelt. Damit verbunden die ganzen gesundheitlichen Probleme, die uns ereilen, wenn sich bei der trockenen Luft die Haut wehrt oder auch mal der Magen. Unsere Antwort darauf ist, daß wir einfach mal eine fremde Kultur kennenlernen wollen und schon seit Jahren gern im Ausland unterwegs sind. Das Angebot kam genau an einem Punkt im Leben, wo wir eh überlegt hatten, was wir machen wollen.
Wir waren letztes Jahr auf einer Beratung für Auswanderer, die uns genau das prophezeit und aufgemalt haben, was eingetreten ist. Vom totalen Frust, über Trauer zu Spannung und schönen Erlebnissen.
Ganz interessant sind auch viele Bücher, die über diese Kultur schreiben und die Unterschiede versuchen zu kristallisieren, man erkennt wahnsinnig viel wieder. Aktuell hab ich gerade ein Buch gelesen, was das China in den 70 bis 80er Jahren beschreibt. Dieses Buch kann ich wärmstens empfehlen, es ist das Beste und in Summe hat sich nichts geändert außer die Kleidung, die Hochhäuser und die Wirtschaft.
Aber zurück zu den einzelnen Aspekten. Was ist positiv? Daß man hier einfach nicht verloren gehen kann. Unser Fahrer gabelt uns überall auf unter Millionen von Leuten, alle sind sehr hilfsbereit und versuchen mit Händen und Füßen zu verstehen, was man denn eigentlich will oder bringen einen dahin. Das gilt auch für die Taxifahrer, die manchmal nicht lesen können, aber irgendwie doch verstehen, wohin man will. Man kann die Kollegen immer erreichen, wenn man Hilfe braucht. Das Essen ist wirklich sehr gut und die befürchteten dauernden Magenprobleme haben sich nicht eingestellt.
Ein ganz besonderes Thema sind die Kontakte. Wie vermittelt man seinem früheren/derzeitigen Umfeld, wie man sich fühlt? Die Antwort: es ist wahnsinnig schwierig, nahezu unmöglich!!!
Während man ja früher nun auch nicht alle Leute ständig getroffen hat oder mit denen gemailt hat, weil man ja auch andere Hobbies hatte wie Radfahren oder die Haustiere, Garten oder was auch immer, ist man nun darauf bedacht, zu allen den Kontakt zu verstärken. Denn, man hat ja plötzlich nichts anderes mehr in der Freizeit. Mit dem Wechsel hat sich zum Einen die Arbeitszeit total verändert, ein Feierabend existiert kaum noch, bedingt durch die Ansprechzeiten nach Deutschland und den Heimweg zur Wohnung, geprägt durch Staus.
Zum Anderen, und das ist wirklich ein Punkt, den wir unterschätzt haben, man kann in einer 13 Millionen Stadt einfach nichts machen in der Freizeit. Hört sich unglaublich an, aber es ist so. Im Winter ist es zu kalt, im Sommer ist alles lahm gelegt. Das Informationssystem für Events ist für Expats nicht vorhanden, wenn mal was ist, dann steht es auf den chinesischen Seiten. Ein Chinese würde einem niemals erzählen, daß was Besonderes ist, weil die gar kein Interesse haben. Die haben ihre Familie, Handys und das Essen. Mehr Aktivitäten haben die nicht. Vielleicht noch shoppen. Damit sind wir beim Thema, was will man denn immer shoppen in überfüllten Malls?! Ich schwöre jedem, der gerne shoppen geht, das ist irgendwann vorbei hier. Aber wir geben nicht auf, weiter zu suchen, um die Zeit sinnvoll nutzen zu können. Und manchmal ist ja zumindest mal ein Theaterstück oder so.
Aber zurück zum Thema und Kontakte verstärken. Durch die immer schlechter werdende Internetverbindung (bestätigt durch andere Expats) hat sich Skypen etc. erledigt. Zeitweise geht es ganz gut und dann bricht alles weg, man verbringt mehr Zeit, den anderen zu fragen, ob er noch da ist und ob man besser die Kamera ausmachen sollte oder nicht. Telefonieren übers Handy ist unerschwinglich und damit fallen die Möglichkeiten weg, jemanden zu sehen und zu hören und sich einfach mal auszutauschen. Also besinnt man sich auf Mails und kontaktiert so seine Leute. Logischerweise arbeiten die anderen alle in der Zeit und so haben einige in der Freizeit auch keine Lust mehr Romane zu schreiben. Ganz ehrlich, ich nehme mich da nicht aus, wenn ich in Deutschland bin. Dort hab ich mein gewohntes Umfeld und abends auch keine Lust mehr, den PC anzumachen, wenn ich den schon den ganzen Tag gesehen habe. Mit Mails kommen aber auch ganz schnell Missverständnisse. Manches kann man persönlich besser erklären und auch Emotionen ganz anders vermitteln.
Oft wartet man wirklich auch, daß sich wer meldet, egal wer. Und man wird auch traurig, weil man sich sagt „haben die uns jetzt vergessen“? Manchmal hört man wochenlang einfach nichts, das war früher nichts anders, aber da ist es weniger aufgefallen, weil man selbst beschäftigt war. Und plötzlich kristallisiert sich auch heraus, was einem früher nicht aufgefallen ist. Wer wirklich Interesse hat und wer nicht. Deutlich wird das dann, wenn man sich nach längerer Zeit wiedersieht. Da fallen einem plötzlich Sachen auf, die man vorher nie bemerkt hat und wo man sich schon Gedanken macht, ob man sich selbst so verändert hat oder ob man mit dem Leben in DE plötzlich nicht mehr klarkommt.
Nach dem halben Jahr lautet die Antwort: Beides!
Man verändert sich, legt Wert auf andere Sachen. Das Leben unserer Kontakte geht ähnlich weiter wie bisher, auch sie verändern sich und das Leben verändert sich, aber man bekommt vieles gar nicht mehr mit, die Infos fehlen oft auch. Das kann man niemandem übel nehmen, das ist völlig normal und doch für einen selbst komisch.
Bei vielen Leuten hab ich festgestellt, mit einer gewissen Toleranz können beide Seiten voneinander profitieren. So sind doch einige Kontakte intensiver geworden und das freut mich sehr. Leider sind aber auch einige weggebrochen und das nach nur 6 bzw. 9 Monaten. Da fragt man sich immer wieder, warum das so ist. Selbst wenn man das anspricht in der Hoffnung, was zu retten, bekommt man dann doch einen Schlag ins Gesicht, wenn man merkt, dass die Antwort lautet „keine Zeit“ oder versprochen wird, sich zu bessern und das Gegenteil der Fall ist.
Man fragt sich natürlich auch, ob man allein so ist und so verquer denkt. Erstaunlicherweise gibt es aber doch viele neue Kontakte, die genau das gleiche berichten. Ich wollte es echt nicht glauben, als mir vor ca. 3 Monaten jemand hier berichtete, der schon lange da ist (7 Jahre), daß er nicht mehr nach DE zurück will, weil er dort nicht mehr zurecht kommt. Alles hat sich verändert, man selbst hat sich verändert und die unterschiedlichen Lebensweisen passen nur noch, wenn man tolerant ist und auch das gegenseitige Interesse füreinander da ist.
Aktuell haben wir ein Wochenende hinter uns, was uns ganz besonders frustriert hat. Es war schwülheiß, über 40 Grad, Eiscafés gibt es hier nicht, macht auch keinen Sinn beim Smog sich rauszusetzen. Sich irgendwas hier anzusehen war draußen nicht möglich, also waren wir in den Malls unterwegs. Wie alle anderen eben auch. Schnell war es dort auch zu stickig oder die Klimaanlagen so kühl, daß einem gleich ne Grippe droht. Was tun, war die große Frage. Deutsches Fernsehen haben wir nicht, nach stundenlangen DVD`s schauen, ist man auch bedient. Gelesen war schon alles und DE hat noch geschlafen oder mit der Hitze selbst zu tun gehabt. Also besinnt man sich darauf, seine Leute zu kontaktieren und ruckzuck sind wir wieder bei dem Thema, daß die ihr eigenes Leben haben oder dann Zeit, wenn wir schon wieder schlafen gehen. Es wäre ja nicht so dramatisch, wenn man wüsste, das gibt sich wieder. Aber diese Temperaturen bleiben jetzt bis September und das gönne ich einfach keinem.
Zuletzt bleibt zu dem Thema nur zu sagen: danke an unsere Freunde und Familien, die ganz besonders zu spüren kriegen, wenn unsereins frustig ist und versuchen, einen wieder zu motivieren und aufzubauen, und danke auch an die Kollegen, die einen auf dem Laufenden halten und wo auch viele zu Freunden geworden sind. Wir sind immer noch froh, diese Chance bekommen zu haben und daß wir das nicht allein machen müssen!
Ich werde Euch alle weiter quälen und erzählen, wie unser Leben hier ist und was sich so tut!
Wir haben nun in der Zeit sehr viele schöne Sachen erlebt und auch viel gelernt, aber genauso oft waren wir frustriert und haben uns gefragt, wie das alles weiter gehen soll und warum man sich das alles antut. Denn das tut man nicht wegen des Geldes, denn so viel kann keiner zahlen, daß die negativen Aspekte wett gemacht werden, die man hier durchlebt wie die Umwelt. Damit verbunden die ganzen gesundheitlichen Probleme, die uns ereilen, wenn sich bei der trockenen Luft die Haut wehrt oder auch mal der Magen. Unsere Antwort darauf ist, daß wir einfach mal eine fremde Kultur kennenlernen wollen und schon seit Jahren gern im Ausland unterwegs sind. Das Angebot kam genau an einem Punkt im Leben, wo wir eh überlegt hatten, was wir machen wollen.
Wir waren letztes Jahr auf einer Beratung für Auswanderer, die uns genau das prophezeit und aufgemalt haben, was eingetreten ist. Vom totalen Frust, über Trauer zu Spannung und schönen Erlebnissen.
Ganz interessant sind auch viele Bücher, die über diese Kultur schreiben und die Unterschiede versuchen zu kristallisieren, man erkennt wahnsinnig viel wieder. Aktuell hab ich gerade ein Buch gelesen, was das China in den 70 bis 80er Jahren beschreibt. Dieses Buch kann ich wärmstens empfehlen, es ist das Beste und in Summe hat sich nichts geändert außer die Kleidung, die Hochhäuser und die Wirtschaft.
Aber zurück zu den einzelnen Aspekten. Was ist positiv? Daß man hier einfach nicht verloren gehen kann. Unser Fahrer gabelt uns überall auf unter Millionen von Leuten, alle sind sehr hilfsbereit und versuchen mit Händen und Füßen zu verstehen, was man denn eigentlich will oder bringen einen dahin. Das gilt auch für die Taxifahrer, die manchmal nicht lesen können, aber irgendwie doch verstehen, wohin man will. Man kann die Kollegen immer erreichen, wenn man Hilfe braucht. Das Essen ist wirklich sehr gut und die befürchteten dauernden Magenprobleme haben sich nicht eingestellt.
Ein ganz besonderes Thema sind die Kontakte. Wie vermittelt man seinem früheren/derzeitigen Umfeld, wie man sich fühlt? Die Antwort: es ist wahnsinnig schwierig, nahezu unmöglich!!!
Während man ja früher nun auch nicht alle Leute ständig getroffen hat oder mit denen gemailt hat, weil man ja auch andere Hobbies hatte wie Radfahren oder die Haustiere, Garten oder was auch immer, ist man nun darauf bedacht, zu allen den Kontakt zu verstärken. Denn, man hat ja plötzlich nichts anderes mehr in der Freizeit. Mit dem Wechsel hat sich zum Einen die Arbeitszeit total verändert, ein Feierabend existiert kaum noch, bedingt durch die Ansprechzeiten nach Deutschland und den Heimweg zur Wohnung, geprägt durch Staus.
Zum Anderen, und das ist wirklich ein Punkt, den wir unterschätzt haben, man kann in einer 13 Millionen Stadt einfach nichts machen in der Freizeit. Hört sich unglaublich an, aber es ist so. Im Winter ist es zu kalt, im Sommer ist alles lahm gelegt. Das Informationssystem für Events ist für Expats nicht vorhanden, wenn mal was ist, dann steht es auf den chinesischen Seiten. Ein Chinese würde einem niemals erzählen, daß was Besonderes ist, weil die gar kein Interesse haben. Die haben ihre Familie, Handys und das Essen. Mehr Aktivitäten haben die nicht. Vielleicht noch shoppen. Damit sind wir beim Thema, was will man denn immer shoppen in überfüllten Malls?! Ich schwöre jedem, der gerne shoppen geht, das ist irgendwann vorbei hier. Aber wir geben nicht auf, weiter zu suchen, um die Zeit sinnvoll nutzen zu können. Und manchmal ist ja zumindest mal ein Theaterstück oder so.
Aber zurück zum Thema und Kontakte verstärken. Durch die immer schlechter werdende Internetverbindung (bestätigt durch andere Expats) hat sich Skypen etc. erledigt. Zeitweise geht es ganz gut und dann bricht alles weg, man verbringt mehr Zeit, den anderen zu fragen, ob er noch da ist und ob man besser die Kamera ausmachen sollte oder nicht. Telefonieren übers Handy ist unerschwinglich und damit fallen die Möglichkeiten weg, jemanden zu sehen und zu hören und sich einfach mal auszutauschen. Also besinnt man sich auf Mails und kontaktiert so seine Leute. Logischerweise arbeiten die anderen alle in der Zeit und so haben einige in der Freizeit auch keine Lust mehr Romane zu schreiben. Ganz ehrlich, ich nehme mich da nicht aus, wenn ich in Deutschland bin. Dort hab ich mein gewohntes Umfeld und abends auch keine Lust mehr, den PC anzumachen, wenn ich den schon den ganzen Tag gesehen habe. Mit Mails kommen aber auch ganz schnell Missverständnisse. Manches kann man persönlich besser erklären und auch Emotionen ganz anders vermitteln.
Oft wartet man wirklich auch, daß sich wer meldet, egal wer. Und man wird auch traurig, weil man sich sagt „haben die uns jetzt vergessen“? Manchmal hört man wochenlang einfach nichts, das war früher nichts anders, aber da ist es weniger aufgefallen, weil man selbst beschäftigt war. Und plötzlich kristallisiert sich auch heraus, was einem früher nicht aufgefallen ist. Wer wirklich Interesse hat und wer nicht. Deutlich wird das dann, wenn man sich nach längerer Zeit wiedersieht. Da fallen einem plötzlich Sachen auf, die man vorher nie bemerkt hat und wo man sich schon Gedanken macht, ob man sich selbst so verändert hat oder ob man mit dem Leben in DE plötzlich nicht mehr klarkommt.
Nach dem halben Jahr lautet die Antwort: Beides!
Man verändert sich, legt Wert auf andere Sachen. Das Leben unserer Kontakte geht ähnlich weiter wie bisher, auch sie verändern sich und das Leben verändert sich, aber man bekommt vieles gar nicht mehr mit, die Infos fehlen oft auch. Das kann man niemandem übel nehmen, das ist völlig normal und doch für einen selbst komisch.
Bei vielen Leuten hab ich festgestellt, mit einer gewissen Toleranz können beide Seiten voneinander profitieren. So sind doch einige Kontakte intensiver geworden und das freut mich sehr. Leider sind aber auch einige weggebrochen und das nach nur 6 bzw. 9 Monaten. Da fragt man sich immer wieder, warum das so ist. Selbst wenn man das anspricht in der Hoffnung, was zu retten, bekommt man dann doch einen Schlag ins Gesicht, wenn man merkt, dass die Antwort lautet „keine Zeit“ oder versprochen wird, sich zu bessern und das Gegenteil der Fall ist.
Man fragt sich natürlich auch, ob man allein so ist und so verquer denkt. Erstaunlicherweise gibt es aber doch viele neue Kontakte, die genau das gleiche berichten. Ich wollte es echt nicht glauben, als mir vor ca. 3 Monaten jemand hier berichtete, der schon lange da ist (7 Jahre), daß er nicht mehr nach DE zurück will, weil er dort nicht mehr zurecht kommt. Alles hat sich verändert, man selbst hat sich verändert und die unterschiedlichen Lebensweisen passen nur noch, wenn man tolerant ist und auch das gegenseitige Interesse füreinander da ist.
Aktuell haben wir ein Wochenende hinter uns, was uns ganz besonders frustriert hat. Es war schwülheiß, über 40 Grad, Eiscafés gibt es hier nicht, macht auch keinen Sinn beim Smog sich rauszusetzen. Sich irgendwas hier anzusehen war draußen nicht möglich, also waren wir in den Malls unterwegs. Wie alle anderen eben auch. Schnell war es dort auch zu stickig oder die Klimaanlagen so kühl, daß einem gleich ne Grippe droht. Was tun, war die große Frage. Deutsches Fernsehen haben wir nicht, nach stundenlangen DVD`s schauen, ist man auch bedient. Gelesen war schon alles und DE hat noch geschlafen oder mit der Hitze selbst zu tun gehabt. Also besinnt man sich darauf, seine Leute zu kontaktieren und ruckzuck sind wir wieder bei dem Thema, daß die ihr eigenes Leben haben oder dann Zeit, wenn wir schon wieder schlafen gehen. Es wäre ja nicht so dramatisch, wenn man wüsste, das gibt sich wieder. Aber diese Temperaturen bleiben jetzt bis September und das gönne ich einfach keinem.
Zuletzt bleibt zu dem Thema nur zu sagen: danke an unsere Freunde und Familien, die ganz besonders zu spüren kriegen, wenn unsereins frustig ist und versuchen, einen wieder zu motivieren und aufzubauen, und danke auch an die Kollegen, die einen auf dem Laufenden halten und wo auch viele zu Freunden geworden sind. Wir sind immer noch froh, diese Chance bekommen zu haben und daß wir das nicht allein machen müssen!
Ich werde Euch alle weiter quälen und erzählen, wie unser Leben hier ist und was sich so tut!
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Donnerstag, 29. Mai 2014
BWL für Fortgeschrittene Teil I
silke3110, 10:39h
Teil I, weil garantiert noch ein Zweiter folgen wird. Wir werden ja jeden Tag aufs Neue informiert, daß wir eine völlig abstruse Denkweise haben, was Umsatz, Geld etc. betrifft.
Wohnung mieten:
Es ist doch Blödsinn eine Wohnung zu vermieten, wenn man sie doch auch irgendwann mal verkaufen könnte. Das Argument, daß man doch bis zum Verkauf Mieteinnahmen erzielen könnte, ist Blödsinn. Das haben wir jetzt mehrmalig gehört. Dann lässt man die Bude lieber jahrelang leer stehen. Auch das Argument, daß das Ding ja nicht besser wird mit der Zeit, wenn man es nicht nutzt (durch die Witterung geht hier alles schneller kaputt, wenn man im Winter nicht heizt, riskiert man Wasserschäden, wenn die Leitungen im Frühjahr wiederauftauen etc.) zählt nicht.
Arbeitszeit:
Lange arbeiten geht mal gar nicht. Man kann doch nicht um 7 Uhr morgens starten und erst um 7 Uhr abends zu Hause sein. Ja, bin ich jetzt auch nicht gerade der Fan davon, aber so ist das nun mal in manchen Spitzenzeiten und gerade wenn Projekte anstehen, kann das durchaus mal vorkommen. Zusätzlich haben wir ja noch die Zeitverschiebung, wo man dann noch eine gewisse Erreichbarkeit nach Deutschland gewährleisten möchte. Zudem sind ja hier die Freizeitaktivitäten so eingeschränkt, daß man meist eh nur was Essen gehen kann und das war es auch schon. Gerade jetzt bei über 40 Grad, hat sich draußen eh alles erledigt.
Tipp einer bekannten Chinesin (nicht bei uns tätig):
1. Stellt doch einfach noch ein paar Leute ein, die
können doch helfen.
=> Grundsätzlich ne tolle Idee, aber das kostet ja
auch Geld.
2. Ja, aber dann verkauft doch einfach ein paar mehr
Produkte, dann habt ihr doch mehr Geld für die
Leute.
=> Wenn das mal so einfach wäre, würde man das
ja tun.
3. Dann macht doch einfach die Qualität schlechter,
dann kaufen viel mehr Leute.
=> Interessante Denkweise, kommt aber nicht in
Frage. Immerhin stehen wir ja für die Qualität.
4. Dann müsst ihr halt einfach weniger arbeiten.
=> Aha, okay.
5. Andere fahren im Sommer für 6 Wochen nach
Deutschland zurück und machen Urlaub, das müsst
ihr auch mal tun.
=> Gerne, wer macht dann die Vertretung?
6. Aber ihr seht ja so schlecht aus (also stimmt das
gar nicht, daß einem immer gesagt wird, wie toll
man ist - und außerdem finde ich uns gar nicht so
schlimm aussehend), dann bleib du doch zu Hause
und geh shoppen, Markus kann doch arbeiten.
=> Interessanter Ansatz, nur was soll man denn
jeden Tag shoppen und mit wem?
7. Gibt doch soviele andere deutsche Frauen, mit
denen kannste shoppen und dann haste vielmehr
Zeit zum Chinesisch lernen und kannst Yoga
machen, Schwimmen und so.
=>Wenn ich das gewollt hätte, wär ich auch schon
drauf gekommen…..
So, und ruckizucki drifte auch ich hier ab vom Thema BWL in die Lebens-und Denkweise der Chinesen. Aber irgendwie hängt ja doch alles zusammen…..
Es ist schon wirklich interessant. Man bekommt gar nicht vermittelt, wie man selbst lebt, was für einen wichtig ist und warum man sich dafür entschieden hat, so ein Leben zu führen…
Wohnung mieten:
Es ist doch Blödsinn eine Wohnung zu vermieten, wenn man sie doch auch irgendwann mal verkaufen könnte. Das Argument, daß man doch bis zum Verkauf Mieteinnahmen erzielen könnte, ist Blödsinn. Das haben wir jetzt mehrmalig gehört. Dann lässt man die Bude lieber jahrelang leer stehen. Auch das Argument, daß das Ding ja nicht besser wird mit der Zeit, wenn man es nicht nutzt (durch die Witterung geht hier alles schneller kaputt, wenn man im Winter nicht heizt, riskiert man Wasserschäden, wenn die Leitungen im Frühjahr wiederauftauen etc.) zählt nicht.
Arbeitszeit:
Lange arbeiten geht mal gar nicht. Man kann doch nicht um 7 Uhr morgens starten und erst um 7 Uhr abends zu Hause sein. Ja, bin ich jetzt auch nicht gerade der Fan davon, aber so ist das nun mal in manchen Spitzenzeiten und gerade wenn Projekte anstehen, kann das durchaus mal vorkommen. Zusätzlich haben wir ja noch die Zeitverschiebung, wo man dann noch eine gewisse Erreichbarkeit nach Deutschland gewährleisten möchte. Zudem sind ja hier die Freizeitaktivitäten so eingeschränkt, daß man meist eh nur was Essen gehen kann und das war es auch schon. Gerade jetzt bei über 40 Grad, hat sich draußen eh alles erledigt.
Tipp einer bekannten Chinesin (nicht bei uns tätig):
1. Stellt doch einfach noch ein paar Leute ein, die
können doch helfen.
=> Grundsätzlich ne tolle Idee, aber das kostet ja
auch Geld.
2. Ja, aber dann verkauft doch einfach ein paar mehr
Produkte, dann habt ihr doch mehr Geld für die
Leute.
=> Wenn das mal so einfach wäre, würde man das
ja tun.
3. Dann macht doch einfach die Qualität schlechter,
dann kaufen viel mehr Leute.
=> Interessante Denkweise, kommt aber nicht in
Frage. Immerhin stehen wir ja für die Qualität.
4. Dann müsst ihr halt einfach weniger arbeiten.
=> Aha, okay.
5. Andere fahren im Sommer für 6 Wochen nach
Deutschland zurück und machen Urlaub, das müsst
ihr auch mal tun.
=> Gerne, wer macht dann die Vertretung?
6. Aber ihr seht ja so schlecht aus (also stimmt das
gar nicht, daß einem immer gesagt wird, wie toll
man ist - und außerdem finde ich uns gar nicht so
schlimm aussehend), dann bleib du doch zu Hause
und geh shoppen, Markus kann doch arbeiten.
=> Interessanter Ansatz, nur was soll man denn
jeden Tag shoppen und mit wem?
7. Gibt doch soviele andere deutsche Frauen, mit
denen kannste shoppen und dann haste vielmehr
Zeit zum Chinesisch lernen und kannst Yoga
machen, Schwimmen und so.
=>Wenn ich das gewollt hätte, wär ich auch schon
drauf gekommen…..
So, und ruckizucki drifte auch ich hier ab vom Thema BWL in die Lebens-und Denkweise der Chinesen. Aber irgendwie hängt ja doch alles zusammen…..
Es ist schon wirklich interessant. Man bekommt gar nicht vermittelt, wie man selbst lebt, was für einen wichtig ist und warum man sich dafür entschieden hat, so ein Leben zu führen…
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