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Montag, 21. Juli 2014
Das erste halbe Jahr ist um.....
silke3110, 12:34h
Viele haben immer wieder gesagt „erzähl doch mal“ oder „wie ist es“. Was sagt man nun darauf? Man sagt immer wieder „es ist einfach anders“. Denn man kann es einfach nicht beschreiben. Eigentlich müsste man jedem ans Herz legen, einfach mal ein paar Wochen diese Erfahrung zu machen, damit man verstehen kann, warum wir manchmal an der Grenze des Erträglichen sind oder oft einfach traurig oder uns einsam fühlen. Natürlich geht das nicht, ganz klar!!!!
Wir haben nun in der Zeit sehr viele schöne Sachen erlebt und auch viel gelernt, aber genauso oft waren wir frustriert und haben uns gefragt, wie das alles weiter gehen soll und warum man sich das alles antut. Denn das tut man nicht wegen des Geldes, denn so viel kann keiner zahlen, daß die negativen Aspekte wett gemacht werden, die man hier durchlebt wie die Umwelt. Damit verbunden die ganzen gesundheitlichen Probleme, die uns ereilen, wenn sich bei der trockenen Luft die Haut wehrt oder auch mal der Magen. Unsere Antwort darauf ist, daß wir einfach mal eine fremde Kultur kennenlernen wollen und schon seit Jahren gern im Ausland unterwegs sind. Das Angebot kam genau an einem Punkt im Leben, wo wir eh überlegt hatten, was wir machen wollen.
Wir waren letztes Jahr auf einer Beratung für Auswanderer, die uns genau das prophezeit und aufgemalt haben, was eingetreten ist. Vom totalen Frust, über Trauer zu Spannung und schönen Erlebnissen.
Ganz interessant sind auch viele Bücher, die über diese Kultur schreiben und die Unterschiede versuchen zu kristallisieren, man erkennt wahnsinnig viel wieder. Aktuell hab ich gerade ein Buch gelesen, was das China in den 70 bis 80er Jahren beschreibt. Dieses Buch kann ich wärmstens empfehlen, es ist das Beste und in Summe hat sich nichts geändert außer die Kleidung, die Hochhäuser und die Wirtschaft.
Aber zurück zu den einzelnen Aspekten. Was ist positiv? Daß man hier einfach nicht verloren gehen kann. Unser Fahrer gabelt uns überall auf unter Millionen von Leuten, alle sind sehr hilfsbereit und versuchen mit Händen und Füßen zu verstehen, was man denn eigentlich will oder bringen einen dahin. Das gilt auch für die Taxifahrer, die manchmal nicht lesen können, aber irgendwie doch verstehen, wohin man will. Man kann die Kollegen immer erreichen, wenn man Hilfe braucht. Das Essen ist wirklich sehr gut und die befürchteten dauernden Magenprobleme haben sich nicht eingestellt.
Ein ganz besonderes Thema sind die Kontakte. Wie vermittelt man seinem früheren/derzeitigen Umfeld, wie man sich fühlt? Die Antwort: es ist wahnsinnig schwierig, nahezu unmöglich!!!
Während man ja früher nun auch nicht alle Leute ständig getroffen hat oder mit denen gemailt hat, weil man ja auch andere Hobbies hatte wie Radfahren oder die Haustiere, Garten oder was auch immer, ist man nun darauf bedacht, zu allen den Kontakt zu verstärken. Denn, man hat ja plötzlich nichts anderes mehr in der Freizeit. Mit dem Wechsel hat sich zum Einen die Arbeitszeit total verändert, ein Feierabend existiert kaum noch, bedingt durch die Ansprechzeiten nach Deutschland und den Heimweg zur Wohnung, geprägt durch Staus.
Zum Anderen, und das ist wirklich ein Punkt, den wir unterschätzt haben, man kann in einer 13 Millionen Stadt einfach nichts machen in der Freizeit. Hört sich unglaublich an, aber es ist so. Im Winter ist es zu kalt, im Sommer ist alles lahm gelegt. Das Informationssystem für Events ist für Expats nicht vorhanden, wenn mal was ist, dann steht es auf den chinesischen Seiten. Ein Chinese würde einem niemals erzählen, daß was Besonderes ist, weil die gar kein Interesse haben. Die haben ihre Familie, Handys und das Essen. Mehr Aktivitäten haben die nicht. Vielleicht noch shoppen. Damit sind wir beim Thema, was will man denn immer shoppen in überfüllten Malls?! Ich schwöre jedem, der gerne shoppen geht, das ist irgendwann vorbei hier. Aber wir geben nicht auf, weiter zu suchen, um die Zeit sinnvoll nutzen zu können. Und manchmal ist ja zumindest mal ein Theaterstück oder so.
Aber zurück zum Thema und Kontakte verstärken. Durch die immer schlechter werdende Internetverbindung (bestätigt durch andere Expats) hat sich Skypen etc. erledigt. Zeitweise geht es ganz gut und dann bricht alles weg, man verbringt mehr Zeit, den anderen zu fragen, ob er noch da ist und ob man besser die Kamera ausmachen sollte oder nicht. Telefonieren übers Handy ist unerschwinglich und damit fallen die Möglichkeiten weg, jemanden zu sehen und zu hören und sich einfach mal auszutauschen. Also besinnt man sich auf Mails und kontaktiert so seine Leute. Logischerweise arbeiten die anderen alle in der Zeit und so haben einige in der Freizeit auch keine Lust mehr Romane zu schreiben. Ganz ehrlich, ich nehme mich da nicht aus, wenn ich in Deutschland bin. Dort hab ich mein gewohntes Umfeld und abends auch keine Lust mehr, den PC anzumachen, wenn ich den schon den ganzen Tag gesehen habe. Mit Mails kommen aber auch ganz schnell Missverständnisse. Manches kann man persönlich besser erklären und auch Emotionen ganz anders vermitteln.
Oft wartet man wirklich auch, daß sich wer meldet, egal wer. Und man wird auch traurig, weil man sich sagt „haben die uns jetzt vergessen“? Manchmal hört man wochenlang einfach nichts, das war früher nichts anders, aber da ist es weniger aufgefallen, weil man selbst beschäftigt war. Und plötzlich kristallisiert sich auch heraus, was einem früher nicht aufgefallen ist. Wer wirklich Interesse hat und wer nicht. Deutlich wird das dann, wenn man sich nach längerer Zeit wiedersieht. Da fallen einem plötzlich Sachen auf, die man vorher nie bemerkt hat und wo man sich schon Gedanken macht, ob man sich selbst so verändert hat oder ob man mit dem Leben in DE plötzlich nicht mehr klarkommt.
Nach dem halben Jahr lautet die Antwort: Beides!
Man verändert sich, legt Wert auf andere Sachen. Das Leben unserer Kontakte geht ähnlich weiter wie bisher, auch sie verändern sich und das Leben verändert sich, aber man bekommt vieles gar nicht mehr mit, die Infos fehlen oft auch. Das kann man niemandem übel nehmen, das ist völlig normal und doch für einen selbst komisch.
Bei vielen Leuten hab ich festgestellt, mit einer gewissen Toleranz können beide Seiten voneinander profitieren. So sind doch einige Kontakte intensiver geworden und das freut mich sehr. Leider sind aber auch einige weggebrochen und das nach nur 6 bzw. 9 Monaten. Da fragt man sich immer wieder, warum das so ist. Selbst wenn man das anspricht in der Hoffnung, was zu retten, bekommt man dann doch einen Schlag ins Gesicht, wenn man merkt, dass die Antwort lautet „keine Zeit“ oder versprochen wird, sich zu bessern und das Gegenteil der Fall ist.
Man fragt sich natürlich auch, ob man allein so ist und so verquer denkt. Erstaunlicherweise gibt es aber doch viele neue Kontakte, die genau das gleiche berichten. Ich wollte es echt nicht glauben, als mir vor ca. 3 Monaten jemand hier berichtete, der schon lange da ist (7 Jahre), daß er nicht mehr nach DE zurück will, weil er dort nicht mehr zurecht kommt. Alles hat sich verändert, man selbst hat sich verändert und die unterschiedlichen Lebensweisen passen nur noch, wenn man tolerant ist und auch das gegenseitige Interesse füreinander da ist.
Aktuell haben wir ein Wochenende hinter uns, was uns ganz besonders frustriert hat. Es war schwülheiß, über 40 Grad, Eiscafés gibt es hier nicht, macht auch keinen Sinn beim Smog sich rauszusetzen. Sich irgendwas hier anzusehen war draußen nicht möglich, also waren wir in den Malls unterwegs. Wie alle anderen eben auch. Schnell war es dort auch zu stickig oder die Klimaanlagen so kühl, daß einem gleich ne Grippe droht. Was tun, war die große Frage. Deutsches Fernsehen haben wir nicht, nach stundenlangen DVD`s schauen, ist man auch bedient. Gelesen war schon alles und DE hat noch geschlafen oder mit der Hitze selbst zu tun gehabt. Also besinnt man sich darauf, seine Leute zu kontaktieren und ruckzuck sind wir wieder bei dem Thema, daß die ihr eigenes Leben haben oder dann Zeit, wenn wir schon wieder schlafen gehen. Es wäre ja nicht so dramatisch, wenn man wüsste, das gibt sich wieder. Aber diese Temperaturen bleiben jetzt bis September und das gönne ich einfach keinem.
Zuletzt bleibt zu dem Thema nur zu sagen: danke an unsere Freunde und Familien, die ganz besonders zu spüren kriegen, wenn unsereins frustig ist und versuchen, einen wieder zu motivieren und aufzubauen, und danke auch an die Kollegen, die einen auf dem Laufenden halten und wo auch viele zu Freunden geworden sind. Wir sind immer noch froh, diese Chance bekommen zu haben und daß wir das nicht allein machen müssen!
Ich werde Euch alle weiter quälen und erzählen, wie unser Leben hier ist und was sich so tut!
Wir haben nun in der Zeit sehr viele schöne Sachen erlebt und auch viel gelernt, aber genauso oft waren wir frustriert und haben uns gefragt, wie das alles weiter gehen soll und warum man sich das alles antut. Denn das tut man nicht wegen des Geldes, denn so viel kann keiner zahlen, daß die negativen Aspekte wett gemacht werden, die man hier durchlebt wie die Umwelt. Damit verbunden die ganzen gesundheitlichen Probleme, die uns ereilen, wenn sich bei der trockenen Luft die Haut wehrt oder auch mal der Magen. Unsere Antwort darauf ist, daß wir einfach mal eine fremde Kultur kennenlernen wollen und schon seit Jahren gern im Ausland unterwegs sind. Das Angebot kam genau an einem Punkt im Leben, wo wir eh überlegt hatten, was wir machen wollen.
Wir waren letztes Jahr auf einer Beratung für Auswanderer, die uns genau das prophezeit und aufgemalt haben, was eingetreten ist. Vom totalen Frust, über Trauer zu Spannung und schönen Erlebnissen.
Ganz interessant sind auch viele Bücher, die über diese Kultur schreiben und die Unterschiede versuchen zu kristallisieren, man erkennt wahnsinnig viel wieder. Aktuell hab ich gerade ein Buch gelesen, was das China in den 70 bis 80er Jahren beschreibt. Dieses Buch kann ich wärmstens empfehlen, es ist das Beste und in Summe hat sich nichts geändert außer die Kleidung, die Hochhäuser und die Wirtschaft.
Aber zurück zu den einzelnen Aspekten. Was ist positiv? Daß man hier einfach nicht verloren gehen kann. Unser Fahrer gabelt uns überall auf unter Millionen von Leuten, alle sind sehr hilfsbereit und versuchen mit Händen und Füßen zu verstehen, was man denn eigentlich will oder bringen einen dahin. Das gilt auch für die Taxifahrer, die manchmal nicht lesen können, aber irgendwie doch verstehen, wohin man will. Man kann die Kollegen immer erreichen, wenn man Hilfe braucht. Das Essen ist wirklich sehr gut und die befürchteten dauernden Magenprobleme haben sich nicht eingestellt.
Ein ganz besonderes Thema sind die Kontakte. Wie vermittelt man seinem früheren/derzeitigen Umfeld, wie man sich fühlt? Die Antwort: es ist wahnsinnig schwierig, nahezu unmöglich!!!
Während man ja früher nun auch nicht alle Leute ständig getroffen hat oder mit denen gemailt hat, weil man ja auch andere Hobbies hatte wie Radfahren oder die Haustiere, Garten oder was auch immer, ist man nun darauf bedacht, zu allen den Kontakt zu verstärken. Denn, man hat ja plötzlich nichts anderes mehr in der Freizeit. Mit dem Wechsel hat sich zum Einen die Arbeitszeit total verändert, ein Feierabend existiert kaum noch, bedingt durch die Ansprechzeiten nach Deutschland und den Heimweg zur Wohnung, geprägt durch Staus.
Zum Anderen, und das ist wirklich ein Punkt, den wir unterschätzt haben, man kann in einer 13 Millionen Stadt einfach nichts machen in der Freizeit. Hört sich unglaublich an, aber es ist so. Im Winter ist es zu kalt, im Sommer ist alles lahm gelegt. Das Informationssystem für Events ist für Expats nicht vorhanden, wenn mal was ist, dann steht es auf den chinesischen Seiten. Ein Chinese würde einem niemals erzählen, daß was Besonderes ist, weil die gar kein Interesse haben. Die haben ihre Familie, Handys und das Essen. Mehr Aktivitäten haben die nicht. Vielleicht noch shoppen. Damit sind wir beim Thema, was will man denn immer shoppen in überfüllten Malls?! Ich schwöre jedem, der gerne shoppen geht, das ist irgendwann vorbei hier. Aber wir geben nicht auf, weiter zu suchen, um die Zeit sinnvoll nutzen zu können. Und manchmal ist ja zumindest mal ein Theaterstück oder so.
Aber zurück zum Thema und Kontakte verstärken. Durch die immer schlechter werdende Internetverbindung (bestätigt durch andere Expats) hat sich Skypen etc. erledigt. Zeitweise geht es ganz gut und dann bricht alles weg, man verbringt mehr Zeit, den anderen zu fragen, ob er noch da ist und ob man besser die Kamera ausmachen sollte oder nicht. Telefonieren übers Handy ist unerschwinglich und damit fallen die Möglichkeiten weg, jemanden zu sehen und zu hören und sich einfach mal auszutauschen. Also besinnt man sich auf Mails und kontaktiert so seine Leute. Logischerweise arbeiten die anderen alle in der Zeit und so haben einige in der Freizeit auch keine Lust mehr Romane zu schreiben. Ganz ehrlich, ich nehme mich da nicht aus, wenn ich in Deutschland bin. Dort hab ich mein gewohntes Umfeld und abends auch keine Lust mehr, den PC anzumachen, wenn ich den schon den ganzen Tag gesehen habe. Mit Mails kommen aber auch ganz schnell Missverständnisse. Manches kann man persönlich besser erklären und auch Emotionen ganz anders vermitteln.
Oft wartet man wirklich auch, daß sich wer meldet, egal wer. Und man wird auch traurig, weil man sich sagt „haben die uns jetzt vergessen“? Manchmal hört man wochenlang einfach nichts, das war früher nichts anders, aber da ist es weniger aufgefallen, weil man selbst beschäftigt war. Und plötzlich kristallisiert sich auch heraus, was einem früher nicht aufgefallen ist. Wer wirklich Interesse hat und wer nicht. Deutlich wird das dann, wenn man sich nach längerer Zeit wiedersieht. Da fallen einem plötzlich Sachen auf, die man vorher nie bemerkt hat und wo man sich schon Gedanken macht, ob man sich selbst so verändert hat oder ob man mit dem Leben in DE plötzlich nicht mehr klarkommt.
Nach dem halben Jahr lautet die Antwort: Beides!
Man verändert sich, legt Wert auf andere Sachen. Das Leben unserer Kontakte geht ähnlich weiter wie bisher, auch sie verändern sich und das Leben verändert sich, aber man bekommt vieles gar nicht mehr mit, die Infos fehlen oft auch. Das kann man niemandem übel nehmen, das ist völlig normal und doch für einen selbst komisch.
Bei vielen Leuten hab ich festgestellt, mit einer gewissen Toleranz können beide Seiten voneinander profitieren. So sind doch einige Kontakte intensiver geworden und das freut mich sehr. Leider sind aber auch einige weggebrochen und das nach nur 6 bzw. 9 Monaten. Da fragt man sich immer wieder, warum das so ist. Selbst wenn man das anspricht in der Hoffnung, was zu retten, bekommt man dann doch einen Schlag ins Gesicht, wenn man merkt, dass die Antwort lautet „keine Zeit“ oder versprochen wird, sich zu bessern und das Gegenteil der Fall ist.
Man fragt sich natürlich auch, ob man allein so ist und so verquer denkt. Erstaunlicherweise gibt es aber doch viele neue Kontakte, die genau das gleiche berichten. Ich wollte es echt nicht glauben, als mir vor ca. 3 Monaten jemand hier berichtete, der schon lange da ist (7 Jahre), daß er nicht mehr nach DE zurück will, weil er dort nicht mehr zurecht kommt. Alles hat sich verändert, man selbst hat sich verändert und die unterschiedlichen Lebensweisen passen nur noch, wenn man tolerant ist und auch das gegenseitige Interesse füreinander da ist.
Aktuell haben wir ein Wochenende hinter uns, was uns ganz besonders frustriert hat. Es war schwülheiß, über 40 Grad, Eiscafés gibt es hier nicht, macht auch keinen Sinn beim Smog sich rauszusetzen. Sich irgendwas hier anzusehen war draußen nicht möglich, also waren wir in den Malls unterwegs. Wie alle anderen eben auch. Schnell war es dort auch zu stickig oder die Klimaanlagen so kühl, daß einem gleich ne Grippe droht. Was tun, war die große Frage. Deutsches Fernsehen haben wir nicht, nach stundenlangen DVD`s schauen, ist man auch bedient. Gelesen war schon alles und DE hat noch geschlafen oder mit der Hitze selbst zu tun gehabt. Also besinnt man sich darauf, seine Leute zu kontaktieren und ruckzuck sind wir wieder bei dem Thema, daß die ihr eigenes Leben haben oder dann Zeit, wenn wir schon wieder schlafen gehen. Es wäre ja nicht so dramatisch, wenn man wüsste, das gibt sich wieder. Aber diese Temperaturen bleiben jetzt bis September und das gönne ich einfach keinem.
Zuletzt bleibt zu dem Thema nur zu sagen: danke an unsere Freunde und Familien, die ganz besonders zu spüren kriegen, wenn unsereins frustig ist und versuchen, einen wieder zu motivieren und aufzubauen, und danke auch an die Kollegen, die einen auf dem Laufenden halten und wo auch viele zu Freunden geworden sind. Wir sind immer noch froh, diese Chance bekommen zu haben und daß wir das nicht allein machen müssen!
Ich werde Euch alle weiter quälen und erzählen, wie unser Leben hier ist und was sich so tut!
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Chengdu
silke3110, 12:25h
Im Mai gab es ein verlängertes Wochenende, was wir dazu nutzen wollten, uns irgendwas anzusehen. Und da wird es auch gleich schwierig. Feiertage und Wochenende bedeuten hier grundsätzlich immer:
es ist supervoll und man trampelt sich tot. Also erwogen wir, das Land zu verlassen und vielleicht mal eins der Nachbarländer zu erkunden. In nur drei Tagen wäre das aber super stressig geworden und wenn man sich mal die Landkarte betrachtet, sind diese Distanzen einfach irre. Zudem wollten wir auch keine Städtereise haben, Stadt haben wir ja jeden Tag hier. Damit fielen z.B. Seoul und Tokio unter den Tisch. Selbst wenn die Flugzeiten noch im Rahmen wären, die Preise stehen dafür in keinem Verhältnis und vom Land an sich haben wir ja dann auch nichts gesehen. Also blieb uns doch mal wieder nur China übrig, wo man zweifelsfrei genug ansehen kann, aber nur unter der Prämisse, daß man halt den Massentourismus mag.
Nach ewigen Recherchen haben wir uns für die Stadt Chengdu entschieden. Das sollte eine wunderschöne alte Stadt sein und zudem leben dort die Pandas in einem Reservat und man kann sie live sehen. Für mich als Tierfanatiker ein absolutes MUSS dahin zu fahren. Hab mich auf vielen Seiten schlau gemacht und rausgefunden, daß man auch die ganzen Babys sehen kann und auch Fotos mit einem Panda machen kann. Das Geld kommt der Stiftung dort zugute.
Unsere Reise war ein 3-Tages-Programm und von einem deutsch-chinesischen Veranstalter organisiert. Tag 1 war Hinflug und Pandas besichtigen, ein wenig von der Stadt noch sehen, Tag 2 war Rausfahren auf das Land und Reisterassen sehen, abends die Sichuan-Oper, Tag 3 war Chengdu entdecken und Rückflug. Das Ganze mit einem Top-Hotel und einem deutsch-sprachigen Führer. Hört sich doch klasse an, oder?
Deswegen waren wir auch bereit, den Preis zu bezahlen, den die Reise kostete. Und wie man schon erahnen kann: so wurde es natürlich überhaupt nicht!!! Das ist halt China kann man da nur sagen. :-)
Tag 1:
Voller Vorfreude und angefixt von meinen Kollegen hier (das ist soooo schön, die Pandas sind so toll, es gibt eine 24-Stunden-Webcam) sind wir also Samstag nach Chengdu geflogen. Vor meinem geistigen Auge sah ich mich schon mit einem Panda auf dem Schoss sitzen und ein Foto machen. Wir kamen gegen 10 Uhr an und wurden von Joshua, einem deutschsprachigen (gebrochenes Deutsch) Chinesen abgeholt. Als wir das Gelände des Flughafens verließen, schlug uns gleich feuchtwarme Luft entgegen, sehr unangenehm. Ziemlich schnell stellte sich raus, daß Englisch besser war, aber er beharrte auf Deutsch. Immerhin wollte er zu Weihnachten mal nach Deutschland und er hatte die Prüfung des Reiseleiters ja auch gemacht und wollte üben.
Mit ihm und einem Fahrer ging es nicht wie angekündigt ins Hotel zum Einchecken, was uns lieber gewesen wäre, weil wir gar nicht entsprechend gekleidet waren, aber dafür direkt zu den Pandas. Vor dem Eingang schwante uns schon nichts Gutes. Es war proppevoll. Joshua holte dann die Tickets und ich hab ihm gleich gesagt, ich will auf jeden Fall ein Foto machen. Er meinte, viel zu teuer. Ist mir aber egal, entgegnete ich.
So, wir also nun da rein und als Erstes sollten wir nun ein Mittagessen einnehmen. Naiv, wie wir waren, dachten wir, das sei so organisiert, daß er was reserviert hätte wegen der Menschenmassen. Das Restaurant war überfüllt und er stand völlig hilflos da und wusste nicht, was er tun sollte. Wir schlugen ihm dann vor, ins Nächste zu gehen. Das war gegenüber und wimmelte von Mücken. Da man aber einen Chinesen niemals aus seinem Konzept bringen darf (wir hatten noch gesagt, wir können ja auch später essen), haben wir also dort gegessen. Alleine, denn er wollte nichts und wuselte um unseren Tisch solange rum, bis wir fertig waren.
Von da an ging es einen langen Fussweg zum ersten Gehege. Eigentlich logisch, daß bei der Mittagshitze kein Tier Lust hat, sich da in die pralle Sonne zu setzen. Und so sahen wir dort schon mal nichts. Genauso Gehege 2 und 3. Nichts! Gehege 4 war ein Innengehege, wo dann ein paar Pandas waren, die aber träge rumlagen und man konnte vor lauter Menschen nichts sehen. Irgendwie bekamen wir da schon den Eindruck, das bleibt jetzt so enttäuschend und sollten Recht behalten.
Weiter ging es zu den Pandababys, dort waren nur Wenige zu sehen, der Rest war nicht für die Öffentlichkeit. Dort überhaupt einen Blick zu erhaschen war die Kunst. Alle Eltern nahmen ihre Kinder und hoben sie hoch, damit die was sehen konnten.
Dort sollte nun auch die Möglichkeit sein, Fotos zu machen, war aber geschlossen. Und das war auch das Ende der Pandagehege für den großen Panda. Dort ging es dann weiter zum roten kleinen Panda, der war ganz lustig, ein paar haben sich auch mal sehen lassen, waren aber auch alle eher müde von der Hitze. Ziemlich schnell waren wir auch am Ende. Unser Reiseleiter war extrem gelangweilt, als ich noch in den Shops rumlief und als ich fragte, ob das alles sei, meinte er nur, sonst würde man die Pandas immer sehen, er sei zweimal in der Woche da.
Danach sind wir in die Innenstadt gefahren und an einer alten Straße ausgestiegen, in der wir rumgelaufen sind mit tausenden anderen Chinesen. Die Straße an sich ist sehr malerisch, viele alte Gebäude, Darsteller in alten Kostümen, die das ursprüngliche China repräsentierten und ganz viele Stände mit typischen Gerichten der Gegend. Eigentlich sehr schön, aber es war zu warm und zu voll. Wir kamen an ein paar Tempeln noch vorbei und haben uns dann auf den Weg ins Hotel gemacht. Das sollte eigentlich in Nähe der Innenstadt sein, wir wurden aber umgebucht (warum auch immer) in ein abgelegenes Hotel, von wo aus man nicht mehr wirklich wegkam. Dafür war das Hotel wirklich das Beste, was ich jemals erlebt hab in China. Aufgrund der Hitze waren wir ziemlich platt und sind auch gar nicht mehr rausgegangen.
Tag 2:
Montezumas Rache! Markus lag platt! Also haben wir beschlossen, den Tag ausfallen zu lassen und erstmal bei der Rezeption angerufen um nach einem Fieberthermometer zu fragen. Die haben kein Wort verstanden und mich dreimal weiter verbunden. Überhaupt berichtet hier jeder, perfektes Englisch zu können, aber das stimmt leider nicht. Komischerweise stand 10 Minuten später plötzlich unser Reiseleiter vor der Tür mit einem Thermometer. Also muß doch irgendwer was kapiert haben, ihn verständigt haben und der hatte sich auf den Weg gemacht.
Wir haben dann Tag 2 und 3 getauscht, so daß Markus sich kurieren konnte und ich bin mit Joshua zu den geplanten Sehenswürdigkeiten Chengdus gefahren. Dort waren wir an einer alten Grabstätte und anschließend beim Cottage eines berühmten Dichters, was sich wirklich gelohnt hat.
Mittags war ich dann zurück und bis abends war Markus wieder so fit, daß wir uns die Sichuan-Oper ansehen konnten, bekannt für die Changing Faces (immer wechselnde Masken). Vorweg gab es eine Tee-Zeremonie und mehrere Künstler, die Schattenspiele vorgeführt haben. Die Oper war wirklich ein Highlight und es war toll anzusehen, wie schnell die Kostüme und Masken wechselten. So schnell konnte man gar nicht gucken. Genauso schnell war ich auch von oben bis unten von Mücken zerstochen….
Tag 3:
Hier sollten wir nun in eine berühmte alte Gemeinde fahren, zu den Reisterassen hatte die Zeit aufgrund des geänderten Programmes nicht mehr gereicht. Was stellt man sich unter Gemeinde vor? Also unsere Gemeinde zu Hause ist ziemlich klein, grün und nicht dicht bevölkert. Die Gemeinde hier ist alles, aber das nicht!
Es war eine ziemlich große Stadt, durch die ein brauner Fluss floss, in dem Hunderte Leute mit Wasserpistolen standen und sich nass spritzen. Viele alte Gebäude gab es und die typischen Speisen der Region. Dort sind wir dann stundenlang durchgelaufen bei schwülheißen 40 Grad. Nach zwei Stunden fragten wir dann mal, was wir denn noch machen würden, zumal der Flug erst abends gehen sollte und wir mittags schon entnervt waren von dem Trubel, dem Krach, dem versifften Wasser um uns herum etc. Da meinte unser Leiter, wir sollten mal noch zwei, drei Stunden da bleiben, was anderes lohne sich nicht. Also haben wir erstmal unsere Handys durchforstet und festgestellt, daß es durchaus in der Nähe Tempel gab. Laut Joshua könne das aber gar nicht sein und alles zu weit weg. Auch der in 5 km Entfernung….
Irgendwann kamen wir dann drauf, daß er eigentlich gar keine Ahnung hatte von der Region und so baten wir ihn, uns zum Flughafen zu bringen, weil man es nicht aushielt draußen. Er hat die Welt nicht mehr verstanden, ob wir denn die Stadt nicht schön fänden und konnte das gar nicht begreifen. Wir haben uns das gespart zu sagen, daß wir zwar Menschen mögen, aber nicht Tausende auf einem Fleck. Die Chinesen kennen und mögen das eben.
Wir sind dann also zum Flughafen zurück gefahren und haben dort versucht, auf den früheren Flieger umzubuchen, aber die Dame an der Info schickte uns von links nach rechts und keiner war so richtig zuständig und der Flieger dann weg. Und so haben wir dort 5 Stunden totschlagen müssen.
Fazit: nie wieder zu der Jahreszeit und nicht an den Feiertagen! Die Stadt Chengdu ist wirklich wunderschön, auch die Umgebung bietet viel, wenn man die Möglichkeit hat, sich dort hinzubegeben. Auch das Hotel war super. Aber wenn man die Tiere sehen will, niemals mittags dort hin und am besten in den späten Herbstmonaten oder im Februar, März…



















es ist supervoll und man trampelt sich tot. Also erwogen wir, das Land zu verlassen und vielleicht mal eins der Nachbarländer zu erkunden. In nur drei Tagen wäre das aber super stressig geworden und wenn man sich mal die Landkarte betrachtet, sind diese Distanzen einfach irre. Zudem wollten wir auch keine Städtereise haben, Stadt haben wir ja jeden Tag hier. Damit fielen z.B. Seoul und Tokio unter den Tisch. Selbst wenn die Flugzeiten noch im Rahmen wären, die Preise stehen dafür in keinem Verhältnis und vom Land an sich haben wir ja dann auch nichts gesehen. Also blieb uns doch mal wieder nur China übrig, wo man zweifelsfrei genug ansehen kann, aber nur unter der Prämisse, daß man halt den Massentourismus mag.
Nach ewigen Recherchen haben wir uns für die Stadt Chengdu entschieden. Das sollte eine wunderschöne alte Stadt sein und zudem leben dort die Pandas in einem Reservat und man kann sie live sehen. Für mich als Tierfanatiker ein absolutes MUSS dahin zu fahren. Hab mich auf vielen Seiten schlau gemacht und rausgefunden, daß man auch die ganzen Babys sehen kann und auch Fotos mit einem Panda machen kann. Das Geld kommt der Stiftung dort zugute.
Unsere Reise war ein 3-Tages-Programm und von einem deutsch-chinesischen Veranstalter organisiert. Tag 1 war Hinflug und Pandas besichtigen, ein wenig von der Stadt noch sehen, Tag 2 war Rausfahren auf das Land und Reisterassen sehen, abends die Sichuan-Oper, Tag 3 war Chengdu entdecken und Rückflug. Das Ganze mit einem Top-Hotel und einem deutsch-sprachigen Führer. Hört sich doch klasse an, oder?
Deswegen waren wir auch bereit, den Preis zu bezahlen, den die Reise kostete. Und wie man schon erahnen kann: so wurde es natürlich überhaupt nicht!!! Das ist halt China kann man da nur sagen. :-)
Tag 1:
Voller Vorfreude und angefixt von meinen Kollegen hier (das ist soooo schön, die Pandas sind so toll, es gibt eine 24-Stunden-Webcam) sind wir also Samstag nach Chengdu geflogen. Vor meinem geistigen Auge sah ich mich schon mit einem Panda auf dem Schoss sitzen und ein Foto machen. Wir kamen gegen 10 Uhr an und wurden von Joshua, einem deutschsprachigen (gebrochenes Deutsch) Chinesen abgeholt. Als wir das Gelände des Flughafens verließen, schlug uns gleich feuchtwarme Luft entgegen, sehr unangenehm. Ziemlich schnell stellte sich raus, daß Englisch besser war, aber er beharrte auf Deutsch. Immerhin wollte er zu Weihnachten mal nach Deutschland und er hatte die Prüfung des Reiseleiters ja auch gemacht und wollte üben.
Mit ihm und einem Fahrer ging es nicht wie angekündigt ins Hotel zum Einchecken, was uns lieber gewesen wäre, weil wir gar nicht entsprechend gekleidet waren, aber dafür direkt zu den Pandas. Vor dem Eingang schwante uns schon nichts Gutes. Es war proppevoll. Joshua holte dann die Tickets und ich hab ihm gleich gesagt, ich will auf jeden Fall ein Foto machen. Er meinte, viel zu teuer. Ist mir aber egal, entgegnete ich.
So, wir also nun da rein und als Erstes sollten wir nun ein Mittagessen einnehmen. Naiv, wie wir waren, dachten wir, das sei so organisiert, daß er was reserviert hätte wegen der Menschenmassen. Das Restaurant war überfüllt und er stand völlig hilflos da und wusste nicht, was er tun sollte. Wir schlugen ihm dann vor, ins Nächste zu gehen. Das war gegenüber und wimmelte von Mücken. Da man aber einen Chinesen niemals aus seinem Konzept bringen darf (wir hatten noch gesagt, wir können ja auch später essen), haben wir also dort gegessen. Alleine, denn er wollte nichts und wuselte um unseren Tisch solange rum, bis wir fertig waren.
Von da an ging es einen langen Fussweg zum ersten Gehege. Eigentlich logisch, daß bei der Mittagshitze kein Tier Lust hat, sich da in die pralle Sonne zu setzen. Und so sahen wir dort schon mal nichts. Genauso Gehege 2 und 3. Nichts! Gehege 4 war ein Innengehege, wo dann ein paar Pandas waren, die aber träge rumlagen und man konnte vor lauter Menschen nichts sehen. Irgendwie bekamen wir da schon den Eindruck, das bleibt jetzt so enttäuschend und sollten Recht behalten.
Weiter ging es zu den Pandababys, dort waren nur Wenige zu sehen, der Rest war nicht für die Öffentlichkeit. Dort überhaupt einen Blick zu erhaschen war die Kunst. Alle Eltern nahmen ihre Kinder und hoben sie hoch, damit die was sehen konnten.
Dort sollte nun auch die Möglichkeit sein, Fotos zu machen, war aber geschlossen. Und das war auch das Ende der Pandagehege für den großen Panda. Dort ging es dann weiter zum roten kleinen Panda, der war ganz lustig, ein paar haben sich auch mal sehen lassen, waren aber auch alle eher müde von der Hitze. Ziemlich schnell waren wir auch am Ende. Unser Reiseleiter war extrem gelangweilt, als ich noch in den Shops rumlief und als ich fragte, ob das alles sei, meinte er nur, sonst würde man die Pandas immer sehen, er sei zweimal in der Woche da.
Danach sind wir in die Innenstadt gefahren und an einer alten Straße ausgestiegen, in der wir rumgelaufen sind mit tausenden anderen Chinesen. Die Straße an sich ist sehr malerisch, viele alte Gebäude, Darsteller in alten Kostümen, die das ursprüngliche China repräsentierten und ganz viele Stände mit typischen Gerichten der Gegend. Eigentlich sehr schön, aber es war zu warm und zu voll. Wir kamen an ein paar Tempeln noch vorbei und haben uns dann auf den Weg ins Hotel gemacht. Das sollte eigentlich in Nähe der Innenstadt sein, wir wurden aber umgebucht (warum auch immer) in ein abgelegenes Hotel, von wo aus man nicht mehr wirklich wegkam. Dafür war das Hotel wirklich das Beste, was ich jemals erlebt hab in China. Aufgrund der Hitze waren wir ziemlich platt und sind auch gar nicht mehr rausgegangen.
Tag 2:
Montezumas Rache! Markus lag platt! Also haben wir beschlossen, den Tag ausfallen zu lassen und erstmal bei der Rezeption angerufen um nach einem Fieberthermometer zu fragen. Die haben kein Wort verstanden und mich dreimal weiter verbunden. Überhaupt berichtet hier jeder, perfektes Englisch zu können, aber das stimmt leider nicht. Komischerweise stand 10 Minuten später plötzlich unser Reiseleiter vor der Tür mit einem Thermometer. Also muß doch irgendwer was kapiert haben, ihn verständigt haben und der hatte sich auf den Weg gemacht.
Wir haben dann Tag 2 und 3 getauscht, so daß Markus sich kurieren konnte und ich bin mit Joshua zu den geplanten Sehenswürdigkeiten Chengdus gefahren. Dort waren wir an einer alten Grabstätte und anschließend beim Cottage eines berühmten Dichters, was sich wirklich gelohnt hat.
Mittags war ich dann zurück und bis abends war Markus wieder so fit, daß wir uns die Sichuan-Oper ansehen konnten, bekannt für die Changing Faces (immer wechselnde Masken). Vorweg gab es eine Tee-Zeremonie und mehrere Künstler, die Schattenspiele vorgeführt haben. Die Oper war wirklich ein Highlight und es war toll anzusehen, wie schnell die Kostüme und Masken wechselten. So schnell konnte man gar nicht gucken. Genauso schnell war ich auch von oben bis unten von Mücken zerstochen….
Tag 3:
Hier sollten wir nun in eine berühmte alte Gemeinde fahren, zu den Reisterassen hatte die Zeit aufgrund des geänderten Programmes nicht mehr gereicht. Was stellt man sich unter Gemeinde vor? Also unsere Gemeinde zu Hause ist ziemlich klein, grün und nicht dicht bevölkert. Die Gemeinde hier ist alles, aber das nicht!
Es war eine ziemlich große Stadt, durch die ein brauner Fluss floss, in dem Hunderte Leute mit Wasserpistolen standen und sich nass spritzen. Viele alte Gebäude gab es und die typischen Speisen der Region. Dort sind wir dann stundenlang durchgelaufen bei schwülheißen 40 Grad. Nach zwei Stunden fragten wir dann mal, was wir denn noch machen würden, zumal der Flug erst abends gehen sollte und wir mittags schon entnervt waren von dem Trubel, dem Krach, dem versifften Wasser um uns herum etc. Da meinte unser Leiter, wir sollten mal noch zwei, drei Stunden da bleiben, was anderes lohne sich nicht. Also haben wir erstmal unsere Handys durchforstet und festgestellt, daß es durchaus in der Nähe Tempel gab. Laut Joshua könne das aber gar nicht sein und alles zu weit weg. Auch der in 5 km Entfernung….
Irgendwann kamen wir dann drauf, daß er eigentlich gar keine Ahnung hatte von der Region und so baten wir ihn, uns zum Flughafen zu bringen, weil man es nicht aushielt draußen. Er hat die Welt nicht mehr verstanden, ob wir denn die Stadt nicht schön fänden und konnte das gar nicht begreifen. Wir haben uns das gespart zu sagen, daß wir zwar Menschen mögen, aber nicht Tausende auf einem Fleck. Die Chinesen kennen und mögen das eben.
Wir sind dann also zum Flughafen zurück gefahren und haben dort versucht, auf den früheren Flieger umzubuchen, aber die Dame an der Info schickte uns von links nach rechts und keiner war so richtig zuständig und der Flieger dann weg. Und so haben wir dort 5 Stunden totschlagen müssen.
Fazit: nie wieder zu der Jahreszeit und nicht an den Feiertagen! Die Stadt Chengdu ist wirklich wunderschön, auch die Umgebung bietet viel, wenn man die Möglichkeit hat, sich dort hinzubegeben. Auch das Hotel war super. Aber wenn man die Tiere sehen will, niemals mittags dort hin und am besten in den späten Herbstmonaten oder im Februar, März…



















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Donnerstag, 29. Mai 2014
BWL für Fortgeschrittene Teil I
silke3110, 10:39h
Teil I, weil garantiert noch ein Zweiter folgen wird. Wir werden ja jeden Tag aufs Neue informiert, daß wir eine völlig abstruse Denkweise haben, was Umsatz, Geld etc. betrifft.
Wohnung mieten:
Es ist doch Blödsinn eine Wohnung zu vermieten, wenn man sie doch auch irgendwann mal verkaufen könnte. Das Argument, daß man doch bis zum Verkauf Mieteinnahmen erzielen könnte, ist Blödsinn. Das haben wir jetzt mehrmalig gehört. Dann lässt man die Bude lieber jahrelang leer stehen. Auch das Argument, daß das Ding ja nicht besser wird mit der Zeit, wenn man es nicht nutzt (durch die Witterung geht hier alles schneller kaputt, wenn man im Winter nicht heizt, riskiert man Wasserschäden, wenn die Leitungen im Frühjahr wiederauftauen etc.) zählt nicht.
Arbeitszeit:
Lange arbeiten geht mal gar nicht. Man kann doch nicht um 7 Uhr morgens starten und erst um 7 Uhr abends zu Hause sein. Ja, bin ich jetzt auch nicht gerade der Fan davon, aber so ist das nun mal in manchen Spitzenzeiten und gerade wenn Projekte anstehen, kann das durchaus mal vorkommen. Zusätzlich haben wir ja noch die Zeitverschiebung, wo man dann noch eine gewisse Erreichbarkeit nach Deutschland gewährleisten möchte. Zudem sind ja hier die Freizeitaktivitäten so eingeschränkt, daß man meist eh nur was Essen gehen kann und das war es auch schon. Gerade jetzt bei über 40 Grad, hat sich draußen eh alles erledigt.
Tipp einer bekannten Chinesin (nicht bei uns tätig):
1. Stellt doch einfach noch ein paar Leute ein, die
können doch helfen.
=> Grundsätzlich ne tolle Idee, aber das kostet ja
auch Geld.
2. Ja, aber dann verkauft doch einfach ein paar mehr
Produkte, dann habt ihr doch mehr Geld für die
Leute.
=> Wenn das mal so einfach wäre, würde man das
ja tun.
3. Dann macht doch einfach die Qualität schlechter,
dann kaufen viel mehr Leute.
=> Interessante Denkweise, kommt aber nicht in
Frage. Immerhin stehen wir ja für die Qualität.
4. Dann müsst ihr halt einfach weniger arbeiten.
=> Aha, okay.
5. Andere fahren im Sommer für 6 Wochen nach
Deutschland zurück und machen Urlaub, das müsst
ihr auch mal tun.
=> Gerne, wer macht dann die Vertretung?
6. Aber ihr seht ja so schlecht aus (also stimmt das
gar nicht, daß einem immer gesagt wird, wie toll
man ist - und außerdem finde ich uns gar nicht so
schlimm aussehend), dann bleib du doch zu Hause
und geh shoppen, Markus kann doch arbeiten.
=> Interessanter Ansatz, nur was soll man denn
jeden Tag shoppen und mit wem?
7. Gibt doch soviele andere deutsche Frauen, mit
denen kannste shoppen und dann haste vielmehr
Zeit zum Chinesisch lernen und kannst Yoga
machen, Schwimmen und so.
=>Wenn ich das gewollt hätte, wär ich auch schon
drauf gekommen…..
So, und ruckizucki drifte auch ich hier ab vom Thema BWL in die Lebens-und Denkweise der Chinesen. Aber irgendwie hängt ja doch alles zusammen…..
Es ist schon wirklich interessant. Man bekommt gar nicht vermittelt, wie man selbst lebt, was für einen wichtig ist und warum man sich dafür entschieden hat, so ein Leben zu führen…
Wohnung mieten:
Es ist doch Blödsinn eine Wohnung zu vermieten, wenn man sie doch auch irgendwann mal verkaufen könnte. Das Argument, daß man doch bis zum Verkauf Mieteinnahmen erzielen könnte, ist Blödsinn. Das haben wir jetzt mehrmalig gehört. Dann lässt man die Bude lieber jahrelang leer stehen. Auch das Argument, daß das Ding ja nicht besser wird mit der Zeit, wenn man es nicht nutzt (durch die Witterung geht hier alles schneller kaputt, wenn man im Winter nicht heizt, riskiert man Wasserschäden, wenn die Leitungen im Frühjahr wiederauftauen etc.) zählt nicht.
Arbeitszeit:
Lange arbeiten geht mal gar nicht. Man kann doch nicht um 7 Uhr morgens starten und erst um 7 Uhr abends zu Hause sein. Ja, bin ich jetzt auch nicht gerade der Fan davon, aber so ist das nun mal in manchen Spitzenzeiten und gerade wenn Projekte anstehen, kann das durchaus mal vorkommen. Zusätzlich haben wir ja noch die Zeitverschiebung, wo man dann noch eine gewisse Erreichbarkeit nach Deutschland gewährleisten möchte. Zudem sind ja hier die Freizeitaktivitäten so eingeschränkt, daß man meist eh nur was Essen gehen kann und das war es auch schon. Gerade jetzt bei über 40 Grad, hat sich draußen eh alles erledigt.
Tipp einer bekannten Chinesin (nicht bei uns tätig):
1. Stellt doch einfach noch ein paar Leute ein, die
können doch helfen.
=> Grundsätzlich ne tolle Idee, aber das kostet ja
auch Geld.
2. Ja, aber dann verkauft doch einfach ein paar mehr
Produkte, dann habt ihr doch mehr Geld für die
Leute.
=> Wenn das mal so einfach wäre, würde man das
ja tun.
3. Dann macht doch einfach die Qualität schlechter,
dann kaufen viel mehr Leute.
=> Interessante Denkweise, kommt aber nicht in
Frage. Immerhin stehen wir ja für die Qualität.
4. Dann müsst ihr halt einfach weniger arbeiten.
=> Aha, okay.
5. Andere fahren im Sommer für 6 Wochen nach
Deutschland zurück und machen Urlaub, das müsst
ihr auch mal tun.
=> Gerne, wer macht dann die Vertretung?
6. Aber ihr seht ja so schlecht aus (also stimmt das
gar nicht, daß einem immer gesagt wird, wie toll
man ist - und außerdem finde ich uns gar nicht so
schlimm aussehend), dann bleib du doch zu Hause
und geh shoppen, Markus kann doch arbeiten.
=> Interessanter Ansatz, nur was soll man denn
jeden Tag shoppen und mit wem?
7. Gibt doch soviele andere deutsche Frauen, mit
denen kannste shoppen und dann haste vielmehr
Zeit zum Chinesisch lernen und kannst Yoga
machen, Schwimmen und so.
=>Wenn ich das gewollt hätte, wär ich auch schon
drauf gekommen…..
So, und ruckizucki drifte auch ich hier ab vom Thema BWL in die Lebens-und Denkweise der Chinesen. Aber irgendwie hängt ja doch alles zusammen…..
Es ist schon wirklich interessant. Man bekommt gar nicht vermittelt, wie man selbst lebt, was für einen wichtig ist und warum man sich dafür entschieden hat, so ein Leben zu führen…
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Chinese Opera
silke3110, 10:34h
Nachdem wir nun öfter im chinesischen Fernsehen die alten Kostüme und Gesänge bewundert haben, waren wir dann mal neugierig, das auch in Natura zu sehen. Wir haben mehrere Kollegen angesprochen und alle meinten einstimmig, das geht mal gaaaaar nicht! Schließlich würde man dort immer nur über Essen singen und nur die Hälfte verstehen, weil das die ganz alte chinesische Sprache sei. Wir haben dem entgegnet, daß uns das egal ist, wir können es ja eh nicht verstehen…. Wir wollten das einfach mal live sehen.
Also sind wir letztes Wochenende nach Beijing gefahren. Wir wurden schon empfangen von einer Chinesin, die unsere Namen auf dem Schild hatte. Der Dame sollten wir dann das Geld mal eben so in die Hand drücken. Waren etwas skeptisch, aber was soll man machen… Wurden dann in den Raum gebracht. Man muß sich das nicht so vorstellen, als wenn man in einem riesigen Konzertsaal ist, sondern das hat eher was von einem alten Gebäude mit schönen Fresken und Bemalungen. Im Raum standen vielleicht 20 Tische mit Stühlen und dort durfte man dann Platz nehmen. Es wurden kandierte Nüsse und Melone gereicht und natürlich Jasmine Tee.
Das Ganze ging leider nur eine Stunde, war aber in verschiedene Stücke aufgeteilt mit chinesischen und englischen Untertiteln. War wirklich super gemacht und echt interessant.
Nachdem wir unseren Kollegen dann berichtet hatten, wie es war und auch Bilder und Videos gezeigt haben, waren die ganz aufgeregt und meinten, sie müssten sich das auch mal ansehen. In Wirklichkeit kannte also gar keiner eine typisch Chinesische Oper….





Also sind wir letztes Wochenende nach Beijing gefahren. Wir wurden schon empfangen von einer Chinesin, die unsere Namen auf dem Schild hatte. Der Dame sollten wir dann das Geld mal eben so in die Hand drücken. Waren etwas skeptisch, aber was soll man machen… Wurden dann in den Raum gebracht. Man muß sich das nicht so vorstellen, als wenn man in einem riesigen Konzertsaal ist, sondern das hat eher was von einem alten Gebäude mit schönen Fresken und Bemalungen. Im Raum standen vielleicht 20 Tische mit Stühlen und dort durfte man dann Platz nehmen. Es wurden kandierte Nüsse und Melone gereicht und natürlich Jasmine Tee.
Das Ganze ging leider nur eine Stunde, war aber in verschiedene Stücke aufgeteilt mit chinesischen und englischen Untertiteln. War wirklich super gemacht und echt interessant.
Nachdem wir unseren Kollegen dann berichtet hatten, wie es war und auch Bilder und Videos gezeigt haben, waren die ganz aufgeregt und meinten, sie müssten sich das auch mal ansehen. In Wirklichkeit kannte also gar keiner eine typisch Chinesische Oper….





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Persona Marilyn
silke3110, 10:32h
Wir bekommen regelmäßig Newsletter über kulturelle Veranstaltungen zugesendet. Wie das hier anscheinend so üblich ist, erst meistens einen oder zwei Tage vor dem Event. Das ist etwas blöd, wenn man wirklich mal was unternehmen möchte, weil die Möglichkeiten schon sehr begrenzt sind und dann hat man ausgerechnet für diesen einen Tag schon was vor….
Wir haben uns aber entschlossen, das Theaterstück „Persona Marilyn“ mal anzusehen, zumal ein anderer Bekannter Deutscher auch dorthin wollte. Im Internet hat man nicht wirklich Infos dazu gefunden, weil das auch ein polnisches Stück ist mit Englischen und Chinesischen Untertiteln.
Also ab zum Theater. Es war wirklich ziemlich gut besucht, worüber wir echt überrascht waren. Vielleicht hat die Beschreibung viele angelockt (erst ab 18 Jahren, sehr viele „spezielle Ausdrücke“, als auch viel Nacktheit)….
Joa. Und so war es dann: es gab ein einziges Bühnenbild. Die Untertitel in Englisch waren oben auf der Bühne an die Wand gestrahlt, die chinesischen rechts und links neben das Bühnenbild. Leider wurden die Untertitel dauernd verdeckt durch Requisiten, so daß man nicht viel lesen konnte. Und das musste man aber, um überhaupt den Sinn zu verstehen. Es wurde nämlich 3 Stunden lang mit 15 Minuten Pause geredet! Handlung quasi null! Wir haben mal geraten, daß das Stück wohl um Marilyn Monroe gehen sollte, von Depressionen geplagt, Süchten verfallen und mit gespaltener Persönlichkeit. Marilyn lief die ganze Zeit halb nackt über die Bühne, hat sich immer in verschiedenen Kleidern präsentiert, auf dem Tisch geräkelt, dann kam ein Fotograf und ist über sie „hergefallen“, also wurde sich ausgezogen. Dann kam ihr Therapeut, hat mit ihr geredet, ihre Freundin kam, dann kam wieder der Fotograf und mittlerweile war der dann auch nackt…. Also, es war total strange. Wir haben uns immer nur angesehen und gefragt, wann wir wohl am besten gehen könnten, weil das irre langatmig war…. Zwischendurch sind auch schon einige Chinesen verschwunden, noch mehr gingen in der Pause und wir haben durchgehalten.
Aber ich muß ganz offen zugeben, ich bin eingeschlafen. Das war so langweilig… Früher fand ich das immer toll, sowas zu interpretieren, aber das war das Schlechteste, was ich jemals gesehen hebe und auch wirklich das Anstrengendste durch die ganzen Sprachen.
Zum Schluss wurde so kräftig applaudiert, daß wir uns gefragt haben, ob nur wir den Sinn einfach nicht verstanden haben oder ob alle das so toll fanden, weil die ganze Zeit nackt rumgehopst wurde. Man muß dazu sagen, wir waren insgesamt nur 4 Langnasen…… Dann gab es sogar noch Standing Ovations von den Chinesen….
Wir haben uns aber entschlossen, das Theaterstück „Persona Marilyn“ mal anzusehen, zumal ein anderer Bekannter Deutscher auch dorthin wollte. Im Internet hat man nicht wirklich Infos dazu gefunden, weil das auch ein polnisches Stück ist mit Englischen und Chinesischen Untertiteln.
Also ab zum Theater. Es war wirklich ziemlich gut besucht, worüber wir echt überrascht waren. Vielleicht hat die Beschreibung viele angelockt (erst ab 18 Jahren, sehr viele „spezielle Ausdrücke“, als auch viel Nacktheit)….
Joa. Und so war es dann: es gab ein einziges Bühnenbild. Die Untertitel in Englisch waren oben auf der Bühne an die Wand gestrahlt, die chinesischen rechts und links neben das Bühnenbild. Leider wurden die Untertitel dauernd verdeckt durch Requisiten, so daß man nicht viel lesen konnte. Und das musste man aber, um überhaupt den Sinn zu verstehen. Es wurde nämlich 3 Stunden lang mit 15 Minuten Pause geredet! Handlung quasi null! Wir haben mal geraten, daß das Stück wohl um Marilyn Monroe gehen sollte, von Depressionen geplagt, Süchten verfallen und mit gespaltener Persönlichkeit. Marilyn lief die ganze Zeit halb nackt über die Bühne, hat sich immer in verschiedenen Kleidern präsentiert, auf dem Tisch geräkelt, dann kam ein Fotograf und ist über sie „hergefallen“, also wurde sich ausgezogen. Dann kam ihr Therapeut, hat mit ihr geredet, ihre Freundin kam, dann kam wieder der Fotograf und mittlerweile war der dann auch nackt…. Also, es war total strange. Wir haben uns immer nur angesehen und gefragt, wann wir wohl am besten gehen könnten, weil das irre langatmig war…. Zwischendurch sind auch schon einige Chinesen verschwunden, noch mehr gingen in der Pause und wir haben durchgehalten.
Aber ich muß ganz offen zugeben, ich bin eingeschlafen. Das war so langweilig… Früher fand ich das immer toll, sowas zu interpretieren, aber das war das Schlechteste, was ich jemals gesehen hebe und auch wirklich das Anstrengendste durch die ganzen Sprachen.
Zum Schluss wurde so kräftig applaudiert, daß wir uns gefragt haben, ob nur wir den Sinn einfach nicht verstanden haben oder ob alle das so toll fanden, weil die ganze Zeit nackt rumgehopst wurde. Man muß dazu sagen, wir waren insgesamt nur 4 Langnasen…… Dann gab es sogar noch Standing Ovations von den Chinesen….
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Die Schraube
silke3110, 10:30h
Eines Morgens beim Frühstück lag plötzlich eine etwa 10cm lange Schraube auf dem Stuhl neben uns. Nur, wo kam sie her? Wieder ein Mysterium…..
Es ist schon erstaunlich manchmal.
Es ist schon erstaunlich manchmal.
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Dienstag, 20. Mai 2014
Company Trip
silke3110, 07:27h
07.05.2014
Alljährlich findet bei uns ein Company Trip statt. Das ist ein Ausflug mit allen Mitarbeitern, der komplett organisiert ist mit allem Drum und Dran. In China ist das für kleinere Firmen wohl typisch und soll den Zusammenhalt fördern.
Wochen vorher wurden mehrere Möglichkeiten zur Auswahl gestellt. Die Abstimmung ergab dann eine Fahrt zum Yuntai-Mountain. Dort stand drin, daß man ca. 9 Stunden mit dem Bus benötigt. Es sollte also freitags nach der Arbeit losgehen und sonntags zurück. Nachdem wir uns die Bilder im Internet angesehen haben, waren wir begeistert. Kann ja nur gut werden!
Dachten wir! Denn der ganze Plan wurde natürlich wieder über den Haufen geschmissen. Warum auch immer…. Es geht jetzt donnerstags los und samstags zurück, Sonntagmorgen Ankunft. Jetzt steht eine Zugfahrt an über Nacht Hin und zurück auch.
- In einem Schlafwagen
- Die Betten sind aus Holz! Ohne Witz!
Tipps der Kollegen, die das kennen:
1. Nehmt euch einen Plastiküberzug mit für das Bett
2. Nehmt euch was zu essen und Getränke mit, zu teuer im Zug
3. Es gibt EINE Gemeinschaftsdusche für alle, duschen ist also nicht
Noch besser war dann, daß man auch ein Softbett haben kann, kostet halt Aufschlag. Das wurde für uns gebucht, weil Markus der GM ist, aber die anderen beiden Deutschen gehen in die Holzklasse. Problem: einer der Beiden ist fast 2 Meter groß. Er wurde informiert, daß er wahrscheinlich gar nicht in so ein Bett passt. Umbuchen auf die bessere Kategorie geht nicht, weil schon vergeben und tauschen will ja keiner….
Und noch viel besser war dann die Antwort auf unsere Frage, was so an dem Abend denn anliegt, weil man ja schon um 19 Uhr in den Zug geht. Es liegt nichts an, weil alle quer verteilt sein werden im ganzen Zug, denn wenn man eine Vierer-Kabine hat, heißt das noch lange nicht, daß man auch mit den Kollegen da zusammen ist. Glückssache! Und die Züge sind jetzt auch nicht so nett wie die deutschen Züge….
Da bin ich aber froh, daß ich wenigstens mit Markus zusammen sein kann. Der Rest ist richtig gekniffen. Jetzt bin ich auch nicht so wirklich der Campingtyp, der auf sowas steht….
D.h. Donnerstag 19 Uhr los, Ankunft Freitag, Besteigung eines Berges, abends ins Hotel, nächsten Tag (also Samstag) Sightseeing und abends wieder in den Zug. Und danach brauch ich wahrscheinlich erstmal 3 Tage frei, weil ich gar nicht geschlafen habe und mir sonst was eingefangen habe. Mir graust es…..
20.05.2014
Nix eingefangen. Alles gut!
Alsooooo, dann will ich mal berichten:
Donnerstag:
Bereits seit Tagen gab es Diskussionen, was man denn wohl am besten mitnehmen sollte, dann sind noch einige abgesprungen und mit den Zugtickets war das auch ein einziges Wirrwarr, weil auf den Tickets die falschen Namen standen zu den falsch gebuchten Betten etc.
Donnerstagabend trafen wir uns dann nun in einer Nudelsuppenküche am Bahnhof (zwischendurch hat unsere U-Bahnlinie noch versagt, Totalausfall! Den Rest mussten wir zu Fuß laufen). In dem Restaurant, was den Namen echt nicht verdient hat, haben wir uns dann alle getroffen und was gefuttert. Dort wurden dann für alle weiße Caps verteilt, damit wir uns auch ja alle immer wieder finden. Aufsetzen wollte die aber keiner, war auch echt nen bisschen komisch. Aber wer schon mal chinesische Reisegruppen gesehen hat, weiß, warum….
Dann ging es zum Checkin. In chinesischen Bahnhöfen ist es normal, daß man auch hier wie am Flughafen die Taschen abgeben und durch eine Kontrolle muß. Bringen tut das Ganze mal gar nichts, weil eh alles immer piept und die Kontrolleure gelangweilt da rumsitzen oder stehen und nichts tun.
Wir wurden dann auf verschiedene Waggons verteilt. Man hatte ja entweder die Holzklasse gebucht wie die meisten oder die Softbett-Klasse. Beim ersten Anblick sah das gar nicht mal so schlecht aus. Näher hingucken geht wirklich gar nicht, dann findet man die Haare der Vorgänger und die Flecken auf der Bettwäsche.
So, was nun tun mit dem ewig langen Abend und der Nacht?! Genau, ab in den Dining-Wagen und was trinken. Tja, dachten wir! Für den Sitzplatz muß man VERHANDELN!!!! Sowas Beklopptes. Und weder Essen noch Getränke gab es da. Okay, also wieder zum Abteil zurück und den ganzen Abend auf dem Flur mit den anderen abgehangen, Sitzplätze gab es ja nicht und wenn, dann halt nur Sitzen auf dem Bett. Ich hab dann dem chinesischen Buchhaltungskollegen Kniffel beigebracht. War durchaus lustig, erstmal die Spielregeln zu vermitteln. Denn die Begriffe auf Englisch zu wissen, da hört es dann echt auf.
Irgendwann haben wir uns in die Betten verkrümelt. Der Chinese ist nämlich ab 20 Uhr müde und hält es gerad noch bis 21.30 Uhr durch, dann fallen aber auch die Augen zu. Kein Wunder, daß die immer so gut erholt sind bei dem Schlafpensum. Da kann man wirklich neidisch werden (ernst gemeint)!
Die Nacht war nicht so prickelnd, die Bimmelbahn hat an jedem Bahnhof angehalten, geruckelt ohne Ende, die Klimaanlage hat das Pensum nicht mehr geschafft und dauernd rannte wer durch den Gang. Trotz geschlossener Tür zum Gang bekommt man viel mit. Zudem klappet alles auch im Abteil selbst und raubt einem den Schlaf. Um halb sechs war dann eh Wecken angesagt.
Freitag:
Wie macht man sich jetzt frisch? Genau! Gar nicht! Es gibt eine Toilette für ca. 50 Leute, kann man sich ja denken, wie lecker das ist. Klopapier auch nicht! Und dann gibt es drei kleine Waschbecken mit Spiegel, so daß man zumindest Zähne putzen kann. Wenn man sich umziehen möchte, muß man alle erst aus dem Schlafabteil rauswerfen, es sei denn, man mag das vor anderen Leuten….
Am Bahnhof hat uns dann die Reiseleitung empfangen! Dann sind wir erstmal alle frühstücken gegangen. Zu Kentucky Fried Chicken! Man muß das schon mögen morgens um 7…..
Ab da ging es dann in den Bus. Die Stadt, in der wir ankamen heißt übrigens Zhengzhou, ist auch eine Millionenstadt und auch hier ist der Smog allgegenwärtig! Es war brüllend heiß und stickig.
Mit dem Bus sind wir dann 2 Stunden in die Berge gefahren. Man hat vor lauter Smog nicht mal die Berge gesehen. Das ist schon wirklich sehr traurig, wenn man bedenkt, daß man 1000 Kilometer entfernt ist und trotzdem überall dieser Smog ist. Nirgends kann man mal atmen und mal weiter als 500 Meter sehen….
Unsere Reiseleitung hat alles auf Chinesisch berichtet mit einem Mikro direkt vor unserer Nase. Das ist ein Drachen gewesen. Ohne Mikro war sie schon laut, mit Mikro ein Albtraum. Wir haben schon Kopfhörer und Ohropacks drin gehabt und trotzdem hat sie alles übertönt. Unglaublich! Zugehört hat eh keiner, die Jungs hinten haben Karten gespielt, der Rest Musik gehört.
Dann kamen wir an dem Parkeingang an und sind dann mit anderen Bussen in den Park gefahren. Wunderschöne Natur kann man sagen!
Wir sind einen Rundweg gelaufen mit traumhaften türkisen Gewässern, Wasserfällen und Klippen und Schluchten. Natürlich waren wir nicht die Einzigen, aber das war ja auch nicht zu erwarten. Dieses Naturschutzgebiet ist ausgezeichnet als eine der Top-Sehenswürdigkeiten des Landes und das auch zu Recht!
Das Ganze Unterfangen war wahnsinnig anstrengend durch die Temperaturen, den fehlenden Sauerstoff und die Berge, die man ja rauf und runter wandern musste. Aber es hat sich wirklich gelohnt.
Mittags sind wir in ein Restaurant eingekehrt, was den Namen auch nicht verdient hat. Es war alles richtig versifft und wir haben mit Desinfektionstüchern den Tisch gewischt. Von den Toiletten möchte ich jetzt mal gar nicht erst berichten….
Danach ging es weiter in einen anderen Teil des Gebietes, wo man auch wunderschöne Gewässer hatte und sogar Affen leben in diesem Gebiet. Nach weiteren 3 Kilometern Auf und Ab waren wir alle ganz schön geplättet und sind dann nachmittags zum Hotel gefahren, wo wir uns alle erstmal erfrischen konnten. Ein schönes Hotel im Park, versehen mit Bemalungen, wie man das aus den Tempeln kennt.
Abends sind wir dann alle in ein Restaurant gegangen (auch dieses war echt schlecht). Dort ging dann die Party los! Es wurde ordentlich getrunken und alle hatten Spaß, es war wirklich ein sehr schöner Abend mit viel Bier und Reiswein! Die Produktionsjungs haben ordentlich für Stimmung gesorgt und überall wurden Fotos geschossen. Wie das aber in China hier so ist, schnell trinken, schnell voll, schnell ins Bett. Also waren wir um 21 Uhr schon zurück und auch kaputt genug um schlafen zu gehen. Denn der nächste Tag war ja auch voller Programm.
Samstag:
Morgens um 7 Uhr war Frühstück angesagt. Ein chinesisches Frühstück zeichnet sich dadurch aus, daß alles warm ist und für uns Westler unter Garantie nichts Bekanntes dabei ist außer Toast. Getränke gibt es da nicht, nur Sojamilch. Okay, hatten ja noch Müsliriegel sicherheitshalber mit.
Dann ging es auch schon bald los in einen anderen Teil des Gebirges. Durch die Serpentinen sind wir an einem Gelände angekommen, wo uns die Kollegen schon sagten, das wird mal noch anstrengender werden als der Vortag. Und so war es auch! 3000 Treppenstufen, 500 Höhenmeter und 2 Kilometer! Und dann kommt man zu einem Tempel! Glücklicherweise war an diesem Tag der Smog etwas weniger, aber dafür war es noch wärmer.
Und so sind wir nun stellenweise auf allen Vieren den Berg hinaufgekrochen. Es war das Anstrengendste, was ich jemals erlebt habe! Wenigstens erging es allen so, selbst die fittesten Chinesen hatten Last, da hochzukommen. Dafür war die Aussicht traumhaft, die Luft viel besser in der Höhe und alle waren happy, es geschafft zu haben, nach oben zu kommen! Dort kam man einer Tempelanlage an und konnte Buddhafiguren besichtigen.
Aber: wo es hochgeht, muß man ja auch runter! Also der ganze Weg wieder auf der anderen Seite des Tempels runter! Und wer denkt, hoch ist anstrengend, der täuscht sich gewaltig. Runter ist mindestens genauso schlimm. Und natürlich nur Treppen! Die letzten paarhundert Meter haben die Beine nachgegeben, weil man so am Zittern war. Unser Fahrer ist prompt gefallen, hat sich aber nichts getan. Und wir anderen haben irgendwann nur noch das Geländer festgekrallt, um überhaupt noch aufrecht runterzukommen, weil die Beine wie Pudding waren.
Unten angekommen hatten wir dann eine kurze Verschnaufpause und sind dann wieder zu dem leckeren Restaurant von gestern gefahren…. Geputzt war noch weniger als am Tag zuvor und es gab dasselbe Essen.
Dann ging es noch zu einem anderen Tempel, der wirklich sehenswert war und von da aus zurück mit dem Bus. Natürlich wurde noch an einem Supermarkt angehalten, der die Spezialitäten der Gegend anbot. Natürlich nur Schnäppchen! Trotzdem wurde ordentlich gekauft und danach ging es zum Bahnhof, wo wir leider aber noch 3 Stunden Zeit hatten, bis der Zug abfuhr. Wie gut, daß es Mc Donalds gibt und man damit rechnen kann, daß man die gewohnte Qualität bekommt.
Dann kam das Einchecken in den Zug und das war wirklich grausam. Man war in einer Wartehalle mit ungelogen etwa 1500 Menschen, die alle in die Züge wollten, es war brüllend heiß und stickig und der Kreislauf sackt sofort runter. Dort sah man dann auch mal das wirkliche chinesische Leben der Wanderarbeiter mit den Reissäcken und auch die arme Bevölkerung….
Im Zug dann das gleiche wieder wie auf der Hinfahrt, irgendwie den Abend rumkriegen und die Nacht überstehen…..
Sonntag:
Und morgens um 7 Uhr waren wir dann wieder zu Hause in unserer Wohnung…
Fazit:
Ein gelungener Trip trotz der ganzen schlechten Restaurants und dem Schlafzug. Wir hatten den Eindruck, daß alle Spaß hatten und das genossen haben, mal rauszukommen, weil das für die meisten Chinesen ja unerschwinglich und der einzige Urlaub im Jahr ist. Zudem hat man auch mal mehr Kontakt zu anderen Leuten bekommen, denn viele aus unserem Office waren gar nicht mitgekommen. Auch wenn man die sprachliche Barriere hat, kann man sich doch einigermaßen verständigen, wenn auch mit Händen und Füßen. Sicherlich ist das ein oder andere verbesserungswürdig, aber vielleicht liegt das auch an unseren Ansprüchen, vielleicht sehen die Kollegen das ja gar nicht so. Man wird es eh nie herausfinden, weil nie einer sagen würde, wenn was nicht gut ist. Von daher kann man sich ja irgendwo in der Mitte treffen und das Beste draus machen. Und wir lernen immer mehr dazu, was wirklich wichtig ist im Leben und das ist nicht ein klinischer Zug (klar wär das schöner, aber man überlebt auch das), sondern das Leben an sich, die Freude und vor allem die Tage sinnvoll zu gestalten…….


















Alljährlich findet bei uns ein Company Trip statt. Das ist ein Ausflug mit allen Mitarbeitern, der komplett organisiert ist mit allem Drum und Dran. In China ist das für kleinere Firmen wohl typisch und soll den Zusammenhalt fördern.
Wochen vorher wurden mehrere Möglichkeiten zur Auswahl gestellt. Die Abstimmung ergab dann eine Fahrt zum Yuntai-Mountain. Dort stand drin, daß man ca. 9 Stunden mit dem Bus benötigt. Es sollte also freitags nach der Arbeit losgehen und sonntags zurück. Nachdem wir uns die Bilder im Internet angesehen haben, waren wir begeistert. Kann ja nur gut werden!
Dachten wir! Denn der ganze Plan wurde natürlich wieder über den Haufen geschmissen. Warum auch immer…. Es geht jetzt donnerstags los und samstags zurück, Sonntagmorgen Ankunft. Jetzt steht eine Zugfahrt an über Nacht Hin und zurück auch.
- In einem Schlafwagen
- Die Betten sind aus Holz! Ohne Witz!
Tipps der Kollegen, die das kennen:
1. Nehmt euch einen Plastiküberzug mit für das Bett
2. Nehmt euch was zu essen und Getränke mit, zu teuer im Zug
3. Es gibt EINE Gemeinschaftsdusche für alle, duschen ist also nicht
Noch besser war dann, daß man auch ein Softbett haben kann, kostet halt Aufschlag. Das wurde für uns gebucht, weil Markus der GM ist, aber die anderen beiden Deutschen gehen in die Holzklasse. Problem: einer der Beiden ist fast 2 Meter groß. Er wurde informiert, daß er wahrscheinlich gar nicht in so ein Bett passt. Umbuchen auf die bessere Kategorie geht nicht, weil schon vergeben und tauschen will ja keiner….
Und noch viel besser war dann die Antwort auf unsere Frage, was so an dem Abend denn anliegt, weil man ja schon um 19 Uhr in den Zug geht. Es liegt nichts an, weil alle quer verteilt sein werden im ganzen Zug, denn wenn man eine Vierer-Kabine hat, heißt das noch lange nicht, daß man auch mit den Kollegen da zusammen ist. Glückssache! Und die Züge sind jetzt auch nicht so nett wie die deutschen Züge….
Da bin ich aber froh, daß ich wenigstens mit Markus zusammen sein kann. Der Rest ist richtig gekniffen. Jetzt bin ich auch nicht so wirklich der Campingtyp, der auf sowas steht….
D.h. Donnerstag 19 Uhr los, Ankunft Freitag, Besteigung eines Berges, abends ins Hotel, nächsten Tag (also Samstag) Sightseeing und abends wieder in den Zug. Und danach brauch ich wahrscheinlich erstmal 3 Tage frei, weil ich gar nicht geschlafen habe und mir sonst was eingefangen habe. Mir graust es…..
20.05.2014
Nix eingefangen. Alles gut!
Alsooooo, dann will ich mal berichten:
Donnerstag:
Bereits seit Tagen gab es Diskussionen, was man denn wohl am besten mitnehmen sollte, dann sind noch einige abgesprungen und mit den Zugtickets war das auch ein einziges Wirrwarr, weil auf den Tickets die falschen Namen standen zu den falsch gebuchten Betten etc.
Donnerstagabend trafen wir uns dann nun in einer Nudelsuppenküche am Bahnhof (zwischendurch hat unsere U-Bahnlinie noch versagt, Totalausfall! Den Rest mussten wir zu Fuß laufen). In dem Restaurant, was den Namen echt nicht verdient hat, haben wir uns dann alle getroffen und was gefuttert. Dort wurden dann für alle weiße Caps verteilt, damit wir uns auch ja alle immer wieder finden. Aufsetzen wollte die aber keiner, war auch echt nen bisschen komisch. Aber wer schon mal chinesische Reisegruppen gesehen hat, weiß, warum….
Dann ging es zum Checkin. In chinesischen Bahnhöfen ist es normal, daß man auch hier wie am Flughafen die Taschen abgeben und durch eine Kontrolle muß. Bringen tut das Ganze mal gar nichts, weil eh alles immer piept und die Kontrolleure gelangweilt da rumsitzen oder stehen und nichts tun.
Wir wurden dann auf verschiedene Waggons verteilt. Man hatte ja entweder die Holzklasse gebucht wie die meisten oder die Softbett-Klasse. Beim ersten Anblick sah das gar nicht mal so schlecht aus. Näher hingucken geht wirklich gar nicht, dann findet man die Haare der Vorgänger und die Flecken auf der Bettwäsche.
So, was nun tun mit dem ewig langen Abend und der Nacht?! Genau, ab in den Dining-Wagen und was trinken. Tja, dachten wir! Für den Sitzplatz muß man VERHANDELN!!!! Sowas Beklopptes. Und weder Essen noch Getränke gab es da. Okay, also wieder zum Abteil zurück und den ganzen Abend auf dem Flur mit den anderen abgehangen, Sitzplätze gab es ja nicht und wenn, dann halt nur Sitzen auf dem Bett. Ich hab dann dem chinesischen Buchhaltungskollegen Kniffel beigebracht. War durchaus lustig, erstmal die Spielregeln zu vermitteln. Denn die Begriffe auf Englisch zu wissen, da hört es dann echt auf.
Irgendwann haben wir uns in die Betten verkrümelt. Der Chinese ist nämlich ab 20 Uhr müde und hält es gerad noch bis 21.30 Uhr durch, dann fallen aber auch die Augen zu. Kein Wunder, daß die immer so gut erholt sind bei dem Schlafpensum. Da kann man wirklich neidisch werden (ernst gemeint)!
Die Nacht war nicht so prickelnd, die Bimmelbahn hat an jedem Bahnhof angehalten, geruckelt ohne Ende, die Klimaanlage hat das Pensum nicht mehr geschafft und dauernd rannte wer durch den Gang. Trotz geschlossener Tür zum Gang bekommt man viel mit. Zudem klappet alles auch im Abteil selbst und raubt einem den Schlaf. Um halb sechs war dann eh Wecken angesagt.
Freitag:
Wie macht man sich jetzt frisch? Genau! Gar nicht! Es gibt eine Toilette für ca. 50 Leute, kann man sich ja denken, wie lecker das ist. Klopapier auch nicht! Und dann gibt es drei kleine Waschbecken mit Spiegel, so daß man zumindest Zähne putzen kann. Wenn man sich umziehen möchte, muß man alle erst aus dem Schlafabteil rauswerfen, es sei denn, man mag das vor anderen Leuten….
Am Bahnhof hat uns dann die Reiseleitung empfangen! Dann sind wir erstmal alle frühstücken gegangen. Zu Kentucky Fried Chicken! Man muß das schon mögen morgens um 7…..
Ab da ging es dann in den Bus. Die Stadt, in der wir ankamen heißt übrigens Zhengzhou, ist auch eine Millionenstadt und auch hier ist der Smog allgegenwärtig! Es war brüllend heiß und stickig.
Mit dem Bus sind wir dann 2 Stunden in die Berge gefahren. Man hat vor lauter Smog nicht mal die Berge gesehen. Das ist schon wirklich sehr traurig, wenn man bedenkt, daß man 1000 Kilometer entfernt ist und trotzdem überall dieser Smog ist. Nirgends kann man mal atmen und mal weiter als 500 Meter sehen….
Unsere Reiseleitung hat alles auf Chinesisch berichtet mit einem Mikro direkt vor unserer Nase. Das ist ein Drachen gewesen. Ohne Mikro war sie schon laut, mit Mikro ein Albtraum. Wir haben schon Kopfhörer und Ohropacks drin gehabt und trotzdem hat sie alles übertönt. Unglaublich! Zugehört hat eh keiner, die Jungs hinten haben Karten gespielt, der Rest Musik gehört.
Dann kamen wir an dem Parkeingang an und sind dann mit anderen Bussen in den Park gefahren. Wunderschöne Natur kann man sagen!
Wir sind einen Rundweg gelaufen mit traumhaften türkisen Gewässern, Wasserfällen und Klippen und Schluchten. Natürlich waren wir nicht die Einzigen, aber das war ja auch nicht zu erwarten. Dieses Naturschutzgebiet ist ausgezeichnet als eine der Top-Sehenswürdigkeiten des Landes und das auch zu Recht!
Das Ganze Unterfangen war wahnsinnig anstrengend durch die Temperaturen, den fehlenden Sauerstoff und die Berge, die man ja rauf und runter wandern musste. Aber es hat sich wirklich gelohnt.
Mittags sind wir in ein Restaurant eingekehrt, was den Namen auch nicht verdient hat. Es war alles richtig versifft und wir haben mit Desinfektionstüchern den Tisch gewischt. Von den Toiletten möchte ich jetzt mal gar nicht erst berichten….
Danach ging es weiter in einen anderen Teil des Gebietes, wo man auch wunderschöne Gewässer hatte und sogar Affen leben in diesem Gebiet. Nach weiteren 3 Kilometern Auf und Ab waren wir alle ganz schön geplättet und sind dann nachmittags zum Hotel gefahren, wo wir uns alle erstmal erfrischen konnten. Ein schönes Hotel im Park, versehen mit Bemalungen, wie man das aus den Tempeln kennt.
Abends sind wir dann alle in ein Restaurant gegangen (auch dieses war echt schlecht). Dort ging dann die Party los! Es wurde ordentlich getrunken und alle hatten Spaß, es war wirklich ein sehr schöner Abend mit viel Bier und Reiswein! Die Produktionsjungs haben ordentlich für Stimmung gesorgt und überall wurden Fotos geschossen. Wie das aber in China hier so ist, schnell trinken, schnell voll, schnell ins Bett. Also waren wir um 21 Uhr schon zurück und auch kaputt genug um schlafen zu gehen. Denn der nächste Tag war ja auch voller Programm.
Samstag:
Morgens um 7 Uhr war Frühstück angesagt. Ein chinesisches Frühstück zeichnet sich dadurch aus, daß alles warm ist und für uns Westler unter Garantie nichts Bekanntes dabei ist außer Toast. Getränke gibt es da nicht, nur Sojamilch. Okay, hatten ja noch Müsliriegel sicherheitshalber mit.
Dann ging es auch schon bald los in einen anderen Teil des Gebirges. Durch die Serpentinen sind wir an einem Gelände angekommen, wo uns die Kollegen schon sagten, das wird mal noch anstrengender werden als der Vortag. Und so war es auch! 3000 Treppenstufen, 500 Höhenmeter und 2 Kilometer! Und dann kommt man zu einem Tempel! Glücklicherweise war an diesem Tag der Smog etwas weniger, aber dafür war es noch wärmer.
Und so sind wir nun stellenweise auf allen Vieren den Berg hinaufgekrochen. Es war das Anstrengendste, was ich jemals erlebt habe! Wenigstens erging es allen so, selbst die fittesten Chinesen hatten Last, da hochzukommen. Dafür war die Aussicht traumhaft, die Luft viel besser in der Höhe und alle waren happy, es geschafft zu haben, nach oben zu kommen! Dort kam man einer Tempelanlage an und konnte Buddhafiguren besichtigen.
Aber: wo es hochgeht, muß man ja auch runter! Also der ganze Weg wieder auf der anderen Seite des Tempels runter! Und wer denkt, hoch ist anstrengend, der täuscht sich gewaltig. Runter ist mindestens genauso schlimm. Und natürlich nur Treppen! Die letzten paarhundert Meter haben die Beine nachgegeben, weil man so am Zittern war. Unser Fahrer ist prompt gefallen, hat sich aber nichts getan. Und wir anderen haben irgendwann nur noch das Geländer festgekrallt, um überhaupt noch aufrecht runterzukommen, weil die Beine wie Pudding waren.
Unten angekommen hatten wir dann eine kurze Verschnaufpause und sind dann wieder zu dem leckeren Restaurant von gestern gefahren…. Geputzt war noch weniger als am Tag zuvor und es gab dasselbe Essen.
Dann ging es noch zu einem anderen Tempel, der wirklich sehenswert war und von da aus zurück mit dem Bus. Natürlich wurde noch an einem Supermarkt angehalten, der die Spezialitäten der Gegend anbot. Natürlich nur Schnäppchen! Trotzdem wurde ordentlich gekauft und danach ging es zum Bahnhof, wo wir leider aber noch 3 Stunden Zeit hatten, bis der Zug abfuhr. Wie gut, daß es Mc Donalds gibt und man damit rechnen kann, daß man die gewohnte Qualität bekommt.
Dann kam das Einchecken in den Zug und das war wirklich grausam. Man war in einer Wartehalle mit ungelogen etwa 1500 Menschen, die alle in die Züge wollten, es war brüllend heiß und stickig und der Kreislauf sackt sofort runter. Dort sah man dann auch mal das wirkliche chinesische Leben der Wanderarbeiter mit den Reissäcken und auch die arme Bevölkerung….
Im Zug dann das gleiche wieder wie auf der Hinfahrt, irgendwie den Abend rumkriegen und die Nacht überstehen…..
Sonntag:
Und morgens um 7 Uhr waren wir dann wieder zu Hause in unserer Wohnung…
Fazit:
Ein gelungener Trip trotz der ganzen schlechten Restaurants und dem Schlafzug. Wir hatten den Eindruck, daß alle Spaß hatten und das genossen haben, mal rauszukommen, weil das für die meisten Chinesen ja unerschwinglich und der einzige Urlaub im Jahr ist. Zudem hat man auch mal mehr Kontakt zu anderen Leuten bekommen, denn viele aus unserem Office waren gar nicht mitgekommen. Auch wenn man die sprachliche Barriere hat, kann man sich doch einigermaßen verständigen, wenn auch mit Händen und Füßen. Sicherlich ist das ein oder andere verbesserungswürdig, aber vielleicht liegt das auch an unseren Ansprüchen, vielleicht sehen die Kollegen das ja gar nicht so. Man wird es eh nie herausfinden, weil nie einer sagen würde, wenn was nicht gut ist. Von daher kann man sich ja irgendwo in der Mitte treffen und das Beste draus machen. Und wir lernen immer mehr dazu, was wirklich wichtig ist im Leben und das ist nicht ein klinischer Zug (klar wär das schöner, aber man überlebt auch das), sondern das Leben an sich, die Freude und vor allem die Tage sinnvoll zu gestalten…….


















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