Montag, 18. Mai 2015
Bali/Java 01.05. bis 08.05.2015
Am 01.05. sind wir aus Tianjin über Hongkong nach Denpasar geflogen, Flugdauer 8 Stunden. Mittlerweile macht uns die Dauer schon gar nichts mehr aus und da wir ja eine Zwischenlandung hatten, konnte man wenigstens auch mal die Beine vertreten. So kamen wir nachts um 1 Uhr an und wurden in unser Hotel am Kuta Beach gebracht. Auch nachts waren noch knapp 30 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Am 02.05. haben wir uns einen kurzen Überblick über den Strandabschnitt Kuta Beach verschafft. Ballermann in klein, alles spricht deutsch. Sehr befremdlich irgendwie, wenn man soweit weg ist von Deutschland und selbst da alles wie auf Malle ist. Bettenburgen ohne Ende und überall wird man zugequatscht, ob man ne Massage, Sonnenbrille etc. kaufen möchte. Also haben wir aufgrund des einen Tages, den wir auf der Insel hatten, beschlossen in den Bali Bird Park zu fahren. Ein superschöner Park, lohnt sich wirklich. Dort wurden wir direkt von einem Tropenregen überrascht, der dann auch mal einige Stunden anhielt. Resultat war, daß wir klitschnass zum Hotel zurück sind und den restlichen Tag ein wenig durch die Straßen gelaufen sind und uns eine Massage gegönnt haben.







Am 03.05. ging es dann weiter vom Flughafen Denpasar nach Yogyakarta auf die Insel Java. Dort wurden wir dann abgeholt von unseren Reiseleitern Hernanto und Purmanto, zwei Javaner, und ins Hotel gebracht. Zunächst war es faszinierend, wieviele verschleierte Frauen überall zu sehen waren, aber bei 82% Muslimen in Indonesien eigentlich kein Wunder. Wir sind dann gegen Abend noch Richtung Zentrum gegangen, mussten aber ziemlich schnell feststellen, wie weit die Distanzen waren und hatten auch ziemlich schnell genug von den ganzen Leuten, die uns was verkaufen wollten. Unterwegs sind wir auf viele verarmte Gegenden gestoßen, dort klaffen die Gesellschaftsschichten stark auseinander. Yogyakarta ist einfach eine riesige Stadt, die wir so in Zentraljava nicht vermutet hätten. Nicht wirklich schön, aber der Ausgangspunkt für viele Touren. Selbstfahren ist dort nicht, die Infrastruktur ist einfach zu schlecht und der Verkehr Wahnsinn.







Am 04.05. wurden wir um 04.30 Uhr quasi aus dem Bett geworfen. Es wurde zum Gebet gerufen! Klar, islamisches Land eben…. 1 Stunde später mussten wir dann eh aufstehen, da es losging nach Borobodur!
Reisebeschreibung:
Der heutige Ausflug führt zu einem weiteren kulturellen Höhepunkt, der Tempelanlage von Borobudur, dem größten buddhistischen Heiligtum der Welt. Auf dem Weg dorthin besichtigen Sie noch die Tempelanlagen Candi Mendut und Candi Pawon. Anschließend führt Sie die Fahrt vorbei an Reisterrassen über eine Serpentinenstraße in die landschaftlich traumhafte Bergwelt Zentraljavas. Das Dieng Plateau in 2000 Meter Höhe zählt zu den vulkanisch aktivsten Gebieten Indonesiens. Nach einem kurzen Halt am Mehjer See geht es zurück ins Hotel.

Fazit des Tages: Großartig! Die kulturellen Highlights sind so beeindruckend. Man kann dort Stunden verbringen und sich tolle Geschichten erzählen lassen über die Götter, die Religionen und und und…. Die Landschaft ist ein Traum und man kann überall die Früchte probieren, es wächst dort einfach alles und schmeckt unvergleichlich. Leider sind die Transferzeiten irre, man sitzt sehr viel im Auto und weit und breit gibt es einfach keine Hotels, in denen man nächtigen könnte, deswegen geht es immer wieder nach Yogyakarta zurück.

Candi Mendut:







Beim nachfolgenden Bild erklärte Hernanto, daß es das Größte ist, zu meditieren und zur Erleuchtung zu gelangen. Es wird sich in den Schneidersitz gesetzt und solange meditiert bis man in einem Stadium ist, indem man die Schmerzen des Sitzens in der Position nicht mehr merkt. Man stellt die Nahrungsaufnahme nach und nach ein, bis man kein Fleisch mehr an den Unterschenkeln hat, um so sitzen zu können. Nach und nach erübrigen sich auch die körperlichen Ausscheidungen, lediglich ein wenig Flüssigkeit nimmt man zu sich. Dieses geht über einige Wochen. Er selbst praktiziert dieses hin und wieder, um seine Seele zu reinigen. Man schläft auch in dieser Position….



Borobudur (auch Borobodur) ist eine der größten buddhistischen Tempelanlagen Südostasiens. Sie gilt als das bedeutendste Bauwerk des Mahayana-Buddhismus auf Java. Gebaut wurde es vermutlich zwischen 750 und 850 während der Herrschaft der Sailendra-Dynastie. Als sich das Machtzentrum Javas im 10. und 11. Jahrhundert nach Osten verlagerte (vielleicht auch in Verbindung mit dem Ausbruch des Merapi 1006), geriet die Anlage in Vergessenheit und wurde von vulkanischer Asche und wuchernder Vegetation begraben. 1814 wurde sie wiederentdeckt, aber erst im Jahr 1835 brachten Europäer sie wieder ans Tageslicht. Ein Restaurierungsprogramm in der Zeit zwischen 1973 und 1984 brachte große Teile der Anlage wieder zu früherem Glanz. Insgesamt neun Stockwerke türmen sich auf der quadratischen Basis von 123 m Länge. An den Wänden der vier sich stufenartig verjüngenden Galerien befinden sich Flachreliefs in der Gesamtlänge von über fünf Kilometern, welche das Leben und Wirken Buddhas beschreiben.









Landschaft:





Tee:



Kaffee:





Auf Java bzw. in Indonesien entsteht der berühmte Kopi Luwak. Darüber hat vielleicht der ein oder andere schon mal eine Reportage gesehen. Sogenannte Schleichkatzen futtern die reifen roten Bohnen, diese werden wieder ausgeschieden und dann zur Herstellung verwendet. Dieser Kaffee ist irre teuer, hat aber ein unvergleichliches Aroma. Wir haben ihn probiert.

Vulkan:







Am 05.05. stand Folgendes auf dem Programm:
Yogyakarta & Prambanan - nach dem Frühstück starten Sie zu einer Stadtrundfahrt in Yogyakarta. Sie besichtigen u.a. den Sultanspalast, die Ruinen des Taman Sari Wasserschlosses, die Altstadt mit ihrem traditionellen Markt, eine Silberschmiede und eine Batikfabrik. Nachmittags fahren Sie zum Hinduheiligtum Prambanan, einem riesigen Tempelkomplex, der im Jahre 856 fertig gestellt wurde. Rückkehr zum Hotel. Es besteht die Möglichkeit eine Ramayana Tanzvorstellung anzuschauen inklusive Buffet-Abendessen.
(Haben wir gemacht, war ganz cool).

Anmerkung: Sultanspalast war nicht auf, der hatte den ganzen Tag zu, weil der Sultan irgendwelchen Familienangelegenheiten zu klären hatte.

Prambanan:
ist die größte hinduistische Tempelanlage Indonesiens und befindet sich etwa 18 km östlich von Yogyakarta auf der Insel Java. Errichtet wurde Prambanan um das Jahr 850, entweder unter Rakai Pikatan, einem König von Mataram, oder unter Balitung Maha Sambu während der Sanjaya-Dynastie. Schon bald nach seiner Fertigstellung wurde der Tempel verlassen und begann zu verfallen. Der Wiederaufbau des Komplexes begann 1918 und ist noch nicht abgeschlossen. Das Hauptgebäude wurde erst 1953 fertiggestellt. Vor allem das Wiederauffinden und die korrekte Zuweisung des ursprünglichen Baumaterials bereitet Probleme, da oftmals Material an weit entfernten Bauten wiederverwendet wurde. So werden nur Gebäude wiederaufgebaut, von denen mindestens 75 Prozent der ursprünglichen Steine vorliegen, und von vielen der kleineren Schreine kann man immer noch nicht viel mehr als die Grundmauern sehen. Durch ein starkes Erdbeben am 27. Mai 2006 wurde die Tempelanlage des Prambanan, die ohnehin gerade restauriert wurde, schwer beschädigt. Seit Juli 2006 laufen erneute groß angelegte Renovierungsarbeiten.















Hier sieht man den aktiven Vulkan Merapi in der Nähe von Prambanan.



Wasserschloß:



Markt:





Maggi gibt es auch überall:



Die Hühner sehen auch etwas anders aus, viel kleiner:



06.05.: früh morgens um 06:45 Uhr ging es mit dem Zug 4 Stunden lang von Yogyakarta nach Jombang, in den Osten Javas. Die Fahrt ging durch einzigartige, ständig wechselnde Landschaften vorbei an Vulkanen und Plantagen. Weitere 3 Stunden mit dem Pkw ging es in die Vulkanregion des aktiven Vulkans Mt. Bromo. Unterwegs haben wir noch einige interessante Stopps gemacht und haben z.B. die Stinkfrucht Durian probiert. Der Geruch ist wirklich grauselig und der Geschmack süßlich. Muß man mögen…. Die Frucht ist in Flugzeugen übrigens verboten und auch unser Fahrer meinte, die wird vorher aufgegessen und kommt nicht ins Auto.



Dort kam auch ein Mann vorbei, der Gras für seine Kuh holte. Jeder hat gesetzlich mal eine Kuh bekommen, diese bekommt ein Extra-Haus (ist wirklich eins, kein Stall), draußen sieht man tatsächlich keine.



07.05.: Bereits um ca. 3.30 Uhr wartete der Geländewagen, um an die Panoramaplattform
des Mount Penanjakan zu fahren. Von hier aus hatten wir während des Sonnenaufgangs einen einzigartigen Blick auf den Mount Bromo. Leider war das purer Massentourismus.
Hernanto besorgte uns gebackene Bananen morgens um 4, zum Händewärmen und anschließenden Frühstück. Er war immer sehr besorgt um uns, damit wir auch genug Wasser bekommen und essen.
Danach fuhren wir zum Vulkankrater des Mount Bromo, das letzte Stück ging es auf Pferden bergauf. Das erste Mal auf einem Pferd ist schon interessant. Muß ich aber nicht nochmal haben. Die Luft dort oben wurde ziemlich schnell immer knapper, hinzu kam der Schwefel, der aus dem aktiven Vulkan in der Luft hing. Jeder hatte mit Hustenanfällen zu tun. Die 200 Treppenstufen an den Rand des Kraters waren wirklich eine körperliche Herausforderung. 10 Stufen – Pause, wieder 10 Stufen etc. Dafür lohnte sich dann aber der Ausblick in den dampfenden Krater.

Anschließend ging es zur Lodge zurück und von da aus leider zum Flughafen Surabaya mit Flug nach Denpasar um 16 Uhr zurück.











Die Rückreise war etwas anstrengend. Wir waren um 18:30 Uhr wieder auf Bali, sind erst um 01:50 Uhr weitergeflogen nach Hongkong, hatten dort 4 Stunden Aufenthalt und waren nachmittags um 14:30 Uhr in unserer Wohnung. Also gut 24 Stunden Reisezeit….

Fazit: Super! Die Kultur und Landschaften sind traumhaft, die Leute super nett und hilfsbereit, das Essen ist super. Unsere Reiseleiter waren richtig toll, sprachen überraschenderweise Deutsch, die beiden haben uns soviel über ihr Land erzählt und waren super flexibel, jederzeit wieder.
Einziger Nachteil, in Indonesien leben 240 Millionen Menschen aufgeteilt auf über 17.000 Inseln, auf Java leben 130 davon. D.h. man hat eigentlich keinen Kilometer, wo man nur Natur sieht, man sieht immer Menschen, immer Hütten. Selbst erkunden ist nicht ganz so einfach aufgrund der Infrastruktur, dazu bräuchte man auch viel mehr Zeit. Wir würden jederzeit wieder nach Indonesien, dort gibt es noch soviel zu entdecken…. Man darf aber nicht unterschätzen, daß das Klima schon eine Herausforderung ist, man hat durchgängig über 30 Grad, stellenweise eine hohe Luftfeuchtigkeit und in den höheren Lagen wenig Sauerstoff. Darum braucht man ein wenig Zeit zum Akklimatisieren. Mal sehen, was unser nächstes Ziel wird…..
Achso: von Denpasar nach Hongkong (Flugdauer 5 Stunden) konnten wir Business-Class fliegen! Ich will nie wieder was anderes fliegen….. Aber leider ist das ja nun preislich unverschämt und außerdem dienstlich auch nicht erlaubt. Wie es dazu kam, tja…. Das ist ein anderes Thema. Auch wir sind ja nur Menschen und nehmen mal gern das ein oder andere Angebot an…..

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Viel Wind um Nichts!
Die ganze Urlaubswoche hatten wir immer wieder Theater mit der Maklerin, hatten ihr gesagt, daß wir nicht da sind zum Unterzeichnen des Vertrages (ich hatte noch am letzten Tag vorm Urlaub gesagt, sie soll uns den zukommen lassen, wir unterschreiben sofort, aber das ginge nicht wir müssen doch erst verhandeln….). Hat die nicht kapiert, die Vermieterin würde doch warten…
Freitag am letzten Urlaubstag: wir sollten doch endlich den Vertrag ausdrucken und unterzeichnen und die Kaution hinterlegen (2.000 €). Wir haben geantwortet, daß wir doch noch auf dem Flughafen sind und keinen Drucker dabei haben, aber sie könne den ja drucken und abends zu uns kommen und die Kaution abholen.
Das ginge aber nicht, die Kaution müsse von der Firma überwiesen werden, nur wie, wir waren ja nicht da!!! Hat die wieder nicht kapiert. Insgesamt 60 Mails gingen hin und her…

Markus ist sofort nach Ankunft zu Hause zur Bank und hat das Geld vorsichtshalber geholt, jetzt ging es plötzlich ohne Überweisung (die Maklerin hat dem Abholen des Geldes zugestimmt). Abends kam aber keiner: wir angerufen, was nun ist. Die Maklerin sagte, unsere aktuelle Vermieterin würde uns jetzt doch noch 4 Wochen Zeit geben, es eilt nicht, wir könnten noch in der aktuellen Wohnung bleiben.
Wollten wir aber nicht mehr…

Es stellte sich dann heraus, der Mieter in der Wohnung oben ist noch da und gar nichts renoviert, es reiche also Montag aus mit dem Vertrag und Kaution. Daß wir extra den Urlaub verkürzt haben für den Umzug ist der ja wumpe, jetzt sollte Umzug also Anfang der nächsten Woche sein.
Also haben wir SA und SO ein bisschen gepackt und die Maklerin nochmal gebeten, ob wir nochmal in die andere Wohnung könnten (wollten schauen, ob alles aus dem neuen Mietvertrag wirklich da ist). Montag sollten wir abends in die Wohnung rein; neue Nachricht: angeblich sei keiner da, aber der Mieter sei ein guter Kumpel der Vermieterin und vielleicht dürfe sie ja rein. Den Vertrag wollte jetzt doch irgendwie keiner mehr so eilig haben, geschweige denn das Geld. Dann die Krönung: der Mieter (GF einer chin. Firma, was die nachfolgende Aussage unglaubwürdig macht) würde da nicht rauswollen, sie hätten ja die Polizei eingeschaltet, aber da das ein Kumpel sei, wolle die Vermieterin keinen Stress und es tue ja allen sooooo leid.

Prompt gab es Bilder von 2 Wohnungen im anderen Stadtteil, der nicht infrage kommt, zu weit weg von der Arbeit…und, das heißt ja auch nicht, daß wir dann kommenden Freitag da auch reinkönnen. Markus ist dann mal ausgeflippt, hatte jetzt die Chefin auf Rückruf stehen
plötzlich erklärt sich unsere aktuelle Vermieterin bereit, doch den Vertrag komplett zu verlängern.
Wir haben den Eindruck, hier ging es darum, uns woanders hin zu vermitteln, damit man nochmal Provision kassieren kann und jetzt, wo Markus die Chefin der Maklerin einschalten wollte, können wir doch bleiben. Die Chefin rief dann an, hat ihre Mitarbeiterin in Schutz genommen, aber ihr Bedauern ausgesprochen und wir würden eine Lösung finden. Die dann hieß: wir können bis Januar in der jetzigen Wohnung bleiben. Da wir die Nase voll hatten, haben wir das Angebot angenommen.

Dann war wieder Warten auf den Renewal-Vertrag angesagt. So ganz hab ich nicht an das Ganze geglaubt, aber 4 Tage später hatten wir den endlich in der Hand und letztes Wochenende haben wir also alles wieder ausgepackt.
Was lernen wir daraus: in China ist immer alles brandeilig und zieht sich dann erstens doch noch ewig hin oder erledigt sich von selbst. Lärm um nichts eben. Das haben wir nun in den verschiedensten Lebensbereichen gemerkt. Nur, wenn es um die Wohnung geht, ist man halb so entspannt….

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